Henna-Tattoos: Auch im Winter schön!

Bilder auf der Haut sind ein hübscher Schmuck – doch nicht jeder möchte sich deshalb gleich ein Tattoo für die Ewigkeit zulegen. Die Alternative Bodypainting ist leicht gemacht, hält jedoch nur bis zum nächsten Duschen und färbt außerdem oft an die Kleidung ab. Henna-Tattoos sind hier ein guter Kompromiss. Nachdem ich mir schon seit gut zwanzig Jahren die Haare mit Henna färbe, habe ich diesen Sommer begonnen, mit Henna-Malerei – traditionell Mehndi genannt – zu experimentieren.

Henna-Füße und…

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…Henna-Haare – letztere mein Markenzeichen seit zwanzig Jahren

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Die Betonung liegt auf experimentieren! Es ist nicht ganz einfach, mit einer Henna-Tube oder Spritztüte gleichmäßige Linien zu ziehen und ich muss noch viel üben, um feine Formen hinzubekommen.

Zwar hat jetzt schon die Jahreszeit begonnen, in der wir unsere nackten Füße nicht mehr herzeigen, aber die Hände sind immer zu sehen. Und warum nicht auch im Winter die Füße verschönern? Es ist ein schöner Anblick für uns selbst, den Liebsten oder die Liebste, Sauna-Freunde und und und…

Natürlich lässt sich ein Henna-Tattoo an allen Körperstellen anbringen (zumindest wenn man Hilfe hat), aber meiner Erfahrung nach nimmt die Haut an Händen und Füßen die Farbe am besten auf. Sehr hier den Unterschied zwischen Bauch und Fuß:

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Ausprobieren und üben!

Wenn ihr euch ein Henna-Tattoo zulegen wollt, habt ihr mehrere Möglichkeiten: Ihr könnt euch Schablonen dafür bestellen, etwa hier. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass die Farbe leicht unter die auf der Haut klebende Schablone sickert und damit euer Motiv verdirbt. Also: Traut euch und zeichnet selbst! An der Freihand-Zeichnung führt leider kein Weg vorbei. Denn alles, was ihr euch vorzeichnet, wird später unter der Henna-Farbe durchschimmern. Auch Korrekturen sind kaum möglich. Wenn die Farbe einmal die Haut berührt hat, bleibt auch bei sofortigem Abwischen ein mehr oder weniger deutlicher Schatten bestehen. Wenn ihr euch “vermalt” habt, dann passt lieber euer Motiv an, als daran herum zu wischen. Die ausgefüllten Blätter auf meinem Handgelenk sind Ergebnis eines solchen Unfalls:

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Tube oder Kegel?

Was die Henna-Farbe betrifft habt ihr zwei Hauptmöglichkeiten: Entweder ihr bestellt die Paste für die Tattoos in der Tube oder in einem Spritzkegel (Henna für die Haare rührt man selbst aus Pulver an, aber das soll hier nicht Thema sein). Zwar liest man im Internet viele positive Kommentare, aber ich bin mit den Tuben (etwa hier zu bestellen) überhaupt nicht klar gekommen. Die Farbe hat sich nicht durch die Tülle drücken lassen, sondern ist vorher an den Seiten rausgequatscht. Mehr Erfolg hatte ich mit Spritzkegeln. Diese Farbe war zudem viel fester, ist auf der Haut schnell getrocknet und ich musste keine Angst haben, irgendwo anzustoßen.

Lieber nicht abdecken

In vielen Anleitungen wird empfohlen, die mit Henna verzierte Stelle mit Folie abzudecken. Macht es nicht! Die Gefahr ist groß, dass euer mühsam aufgemaltes Motiv plattgedrückt wird. Und ihr müsst dann schon ungefähr eine Woche mit dem Ergebnis herumlaufen. Darum: Auftragen, vorsichtig sein, trocknen lassen. Und so lange einwirken lassen wie möglich! Anschließend die Farbkruste abbröseln und, falls notwendig, die Reste mit Wasser abwaschen. Dann etwas Öl oder Creme auf die Stelle streichen. Das Tattoo ist am ersten Tag stark orange, aber es dunkelt innerhalb der nächsten 24 Stunden nach und entwickelt schließlich ein schönes Rotbraun.

Hier habe ich die Farbe im Nachhinein noch ein wenig intensiviert, um den Kontrast noch besser zeigen zu können:

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Selbst anrühren ist möglich

Ihr könnt eure Tattoo-Paste auch selbst machen: Rührt ein bisschen Henna-Pulver aus dem türkischen Supermarkt mit kochend heißem schwarzen Tee und Zitronensaft an. Stellt die Paste anschließend etwas 24 Stunden abgedeckt in den Kühlschrank. Jetzt wird es allerdings noch schwieriger als mit den Fertig-Produkten: Entweder ihr tragt euer Motiv mit einem Schaschlick-Stäbchen auf, aber damit ist es fast unmöglich, Schwünge zu zeichnen – ich bin daran jedenfalls gescheitert. Oder ihr bastelt euch aus Folie selbst eine Spritztüte – dazu kann ich nicht mehr sagen, ich habe es nicht probiert.

Vorsicht mit schwarzem Henna!

Wem das typische Henna-Braun nicht gefällt, der kann sein Tattoo auch in Schwarz malen. Aber Vorsicht! Um die schwarzfärbende Kraft zu erreichen werden dem Henna auch heute noch manchmal Phenylendiamine (PPD) zugesetzt. Dieser Wirkstoff kann schlimme Hautallergien mit irreversiblen Folgen auslösen. Darum beim Bestellen unbedingt in der Produktbeschreibung auf den Hinweis “PPD-frei” oder „keine Phenylendiamine“ achten (etwa hier). Die rot-braune Version der Henna-Farbe besteht dagegen in der Regel einfach aus den zu Pulver vermahlenen Blättern der Hennastrauchs, die mit Zitronensaft oder Vergleichbarem angerührt worden sind. Sie ist darum ungefährlich. Natürlich kann niemand wissen, wie eure individuelle Haut reagiert. Falls ihr noch keine Henna-Erfahrung habt: Probiert es doch sicherheitshalber erstmal an einer kleinen Hautstelle aus. Treten auch nach einiger Einwirkzeit keine Beschwerden auf, steht dem Mal-Spaß nichts mehr im Wege.

Tradition in Indien

Bei den traditionellen indischen Henna-Verzeirungen wurde meines Wissens schon immer vor allem die rot-braune Farbversion angewendet. Bräute erhalten in Indien auch heute noch aufwendige Bemalungen am Tag vor ihrer Hochzeit. Gerade hier ist es von besonderer Bedeutung, dass die Paste gut einwirkt. Solange die Braut nämlich noch von ihren Bemalungen geschmückt wird, muss sie nicht im Haushalt mitarbeiten. Diesen Vorschlag könnt ihr euren Mitbewohnern ja auch mal machen. Bleibt aber zu befürchten, dass sie eure selbst kreierten Tattoos dann nicht so toll finden, wie sie es eigentlich sollten. Darum: Henna-Tattoo machen, trotzdem im Putzwasser wühlen und wenn die Bemalung weg ist einfach über die Gelegenheit für ein neues Motiv freuen!

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2 Gedanken zu “Henna-Tattoos: Auch im Winter schön!

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