Nachschneidern von Schnittmustern – was tun, wenn das Ergebnis doof aussieht?

Heute möchte ich euch davon berichten, wie ich das Schnittmuster „Ballonrock“ von Makerist nachgenäht habe. Das Ergebnis sah an mir einfach nur schauderhaft aus! Wenn der Rock nicht in die Tonne oder bestenfalls zu ebay wandern sollte (wer bitte sollte das Teil kaufen wollen?), musste ich mir dringend etwas ausdenken! Jeder, der näht, weiß nur zu gut, wie man an den eigenen Erzeugnissen hängt. Mein Motto lautet nicht umsonst „Passt nicht gibt’s nicht!“. Also habe ich mir etwas einfallen lassen. Das Ergebnis meiner Bemühungen sah schließlich so aus und ich bin zumindest einigermaßen zufrieden:

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Aber zurück zum Anfang! Wo lag mein Problem? Dazu möchte ich gern eine andere Userin zu Wort kommen lassen, denn sie bringt meine Kalamitäten auf den Punkt. Bei der Bewertungsoption auf http://www.makerist.de (direkt unter dem Schnittmuster, siehe Link oben) vergibt Carolin Flubacher nur zwei von fünf möglichen Sternen. Ihre Begründung für die schlechte Wertung:

„Das Ergebnis ist ein schöner Rock, doch leider passt das Größenverhältnis nicht. Musste noch einiges anpassen!“ 

Das ist auch genau meine Erfahrung! Das Schnittmuster gibt es in den Größen 34/36, 38/40 und 42/44. Ich habe den Rock in 34/36 nachgenäht. Die Vorlage besteht aus Bündchen, Unterrock und Oberrock. Letzterer wird auf den Unterrock aufgekräuselt, um den Balloneffekt zu erreichen. Ich habe das Teil erstmal streng nach Schnitt fertig genäht und war vor dem Spiegel entsetzt: Der Rock war viel zu lang und der Balloneffekt nicht sehr eindrucksvoll. Es sah total brav und langweilig aus. So hätte ich mich nie und nimmer auf die Straße getraut. Doch alles aufmachen, neu zuschneiden und wieder zusammennähen wäre Wahnsinn gewesen!

Kurz überlegt und dann gehandelt! Schlimmer ging es ja ohnehin nicht mehr. Ich habe mir also den Saum gegriffen, ihn nach innen geschlagen, ein Stück hochgerafft und am Unterrock festgesteckt. Anschließend habe ich den Saum mit einer Art Leiterstich angeheftet. Das sieht von links dann so aus:

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Zugegeben, professionell ist das nicht, aber es war die einzige Möglichkeit, die mir eingefallen ist.

Allen, die sich auch (und trotz meiner und Carolins Warnung) an den Ballonrock von Makerist wagen wollen, möchte ich folgende Tipps geben:

  • Nehmt für den Oberrock mehr Weite, so wird der Balloneffekt üppiger. Das solltet ihr umso mehr beherzigen, je dünner euer Stoff ist. Aber prinzipiell sind für diesen Schnitt ohnehin nur Stoffe mit hoher Standfestigkeit geeignet.
  • Probiert vor dem Zusammennähen von Unter- und Oberrock aus, ob euch die Länge gefällt. Ich habe bei einer Größe von 1,63m bei 34/36 zwischen 15 und 20 Zentimetern im Nachhinein eingeschlagen und der Rock ist immer noch weit vom Mini entfernt.

Zum Schluss noch ein paar Eindrücke von meinem Nähergebnis:

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Wart ihr auch schon mal enttäuscht vom Ergebnis eines Schnittmusters? Wenn ja: Was habt ihr in diesem Fall gemacht? Bin gespannt auf eure Erfahrungen!

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4 Gedanken zu “Nachschneidern von Schnittmustern – was tun, wenn das Ergebnis doof aussieht?

  1. Ich bin absolut kein Ballon-Rock Fan, aber deine Lösung ist auf jeden Fall besser, als das Originalbild beim Schnitt. Mir wäre da nur eingefallen, den unteren Bund wieder abzutrennen und einen „normalen“ Rocke daraus zu machen.
    Da ich in der Regel meine Schnitte selber konstruiere, ist das Gang und Gebe, dass mir das Ergebnis nicht gefällt ;( Bei mir wird nie irgendwas, wie ich es mir vorgestellt hatte. Da hilft nur improvisieren, wie Du es getan hast oder noch einmal von vorne beginnen.

    Ich finde dein Ergebnis kann sich sehen lassen und der Rock steht Dir sehr gut.

    Viele Grüße
    Stephie

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    1. Vielen Dank, liebe Stephie. Ich traue mich noch nicht daran, meine Schnitte selbst zu konstruieren. Hast das irgendwo, zum Beispiel in einem speziellen Kurs, gelernt oder hast Du damit einfach irgendwann nach dem Motto „learning by doing“ angefangen?
      Liebe Grüße
      Anja

      Nachtrag: Ahhhh, ich habe gerade das „Über“ auf Deinem Blog gelesen. Da beantworten sich natürlich gleich meine Fragen!

      Gefällt 1 Person

      1. Ja, das hat sich bei mir als die wirkungsvollste Lernmethode erwiesen. Ich kann etwas 100 Mal lesen und verstehen. Ob es dann auch in der Praxis funktioniert, kann sich auch erst in ihr erweisen 😉

        Gefällt 1 Person

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