Archiv der Kategorie: Anja macht etwas mit Farbe

Henna: Viel Arbeit, aber es lohnt sich

Spart euch die Witze – ich weiß wonach es aussieht. Mein Freund sagt ein Wort mit „K“ dazu, und wenn ich mir das frisch eingestellte Beitragsbild so angucke, formt mein Hirn Gedanken wie „Two girls one spoon“ oder ähnlich. Halt, zurück, alles noch mal auf Los!

In diesem Post soll es nicht um die seltsamen Blüten des virtuellen Daseins gehen, sondern um Haare. Um schöne Haare. Um schöne, rote, glatte und glänzende Haare! Und wer sie nicht von Natur aus hat, kommt um die Wunderpflanze Henna kaum herum.

Ich selbst verschönere seit 22 Jahren meine Haare mit diesem traditionsreichen Färbemittel. Jetzt hat mich eine Kollegin gebeten, ob ich den Vorgang nicht einmal für sie fotografieren könnte. Und schon war die Idee geboren, hierzu einen Blogpost zu schreiben. Eine gute Möglichkeit, allen Interessierten einen etwas intensiveren Einblick ins Thema zu geben – natürlich mit dem ultimativen Praxis-Guide!

IMG_4947

Dunkelrotes Haar: Mein Markenzeichen seit über 20 Jahren!

Henna: Viel mehr als eine Farbe

Vor rund eineinhalb Jahren habe ich hier schon einmal einen Beitrag zu Henna-Tattoos geschrieben, d.h. zur Körperbemalung mit Henna. Wer mehr dazu erfahren möchte, wird u.a. hier fündig. Diese Art der Verzierung des Körpers hat in vielen Ländern, etwa der Türkei, Marokko aber auch Indien, eine lange Tradition. Vielleicht habt ihr eine – zum Beispiel türkische – Freundin, die euch etwas über die Henna-Nacht berichten kann: Ein Ritual, mit dem die Braut ihren Abschied vom Jungesellinnen-Dasein feiert.

Haare färben wie die Hippies

In Deutschland wurde Henna in den 1970er Jahren mit dem Aufkommen der alternativen Bewegung populär. Hier nutzte man gern die Möglichkeit des natürlichen Haarefärbens. Vermutlich spielte auch die Symbolkraft roter Haare – anders sein als die Mehrheit, hier zu verstehen als „die Spießer“, „das Establishment“ – eine Rolle. Diese Idee wirkte nach meinem Eindruck mindestens bis in die Neunziger fort. Auch ich habe mich mit 14 nicht so sehr für rote Haare entschieden, sondern speziell für „Henna-Haare“ – eben in der Tradition der Hippies und der alternativen Szene.

Screenshot (2)

Bad Kreuznach 1995

Kraft und Glanz aus der Natur

Später spielten andere Aspekte für mich die Hauptrolle. Anders als chemische Farben, die die Haarstruktur potentiell angreifen, legt sich Henna, das aus den Blättern des Hennastrauchs gewonnen wird, wie ein Schutzfilm um das Haar. So wirkt es kräftiger und glänzender und wird zugleich gegen Spliss geschützt. Ein weiteres Argument für Henna ist der Preis: Henna ist unschlagbar billig. Für ein Kästchen Henna-Pulver (zu bekommen in türkischen und arabischen Supermärkten) zahlt ihr ungefähr 1,70 Euro. Für meine ziemlich langen Haare brauche ich zwei Päckchen. Mehr solltet ihr auch nicht verwenden, das Gewicht auf eurem Kopf wird sonst zu schwer.

IMG_2101be

Immer ein Mix mit der eigenen Haarfarbe

Bei Bolu, Eurogida usw. findet ihr Henna gewöhnlich in drei verschiedenen Rottönen (Hellrot/Kupfer, Feuerrot und Mahagoni) sowie Schwarz und Blond. Doch echtes, naturbelassenes Henna ist von sich aus immer Rot. Um andere Töne zu erreichen, müssen die Hersteller Stoffe hinzusetzen. Schwarzes Henna enthält zum Beispiel mitunter p-Phenylendiamin (PPD), worauf viele Menschen allergisch reagieren.

Was die drei Rottöne betrifft: Auf eurem Kopf werden alle relativ ähnlich aussehen. Henna vermischt sich immer mit der Ausgangshaarfarbe, weshalb damit auch keine extremen Farbsprünge zu machen sind. Wer hellblond ist, wird mit jeder der drei Nuancen in tiefem Orange erstrahlen. Von Natur aus schwarze Haare hingegen erhalten immer nur einen roten Schimmer. Ich selbst bin eigentlich dunkelblond. Eingestiegen bin ich mit Mahagoni, um dann nach dem Wechsel zu Feuerrot schließlich bei Hellrot zu landen. Das Farbergebnis sieht so aus:

IMG_5303be

Henna-Pigmente reflektieren intensiv das Licht

Vorsicht bei grauen Haaren!

Die Eigenschaft von Henna, sich an den Ausgangston anzupassen, hat Vor- und Nachteile. Ein Vorteil besteht darin, dass man nie so ganz danebenhauen kann, dass es einem nie überhaupt nicht steht. Schließlich ist die Veränderung nie so groß, wie gegebenenfalls bei chemischem Haarefärben. Doch letzteres kann auch von Nachteil sein, etwa wenn es darum geht, graue Haare abzudecken. Ergraute Partien werden in der Regel Karottenfarben. Bei einem geringen Grauanteil ist das kein Problem und ergibt sogar hübsche Akzente (ich spreche aus Erfahrung). Doch Irgendwann muss jeder Henna-Freund und jede Henna-Enthusiastin nach Alternativen suchen.

Außerdem: Einmal Henna – immer Henna! Diese Art der Färbung werdet ihr nur durch Rauswachsen los. Henna lässt sich nicht heller überfärben. Selbst mit einer starken Blondierung reagiert es in der Regel nicht. Die Haare werden nur ein bisschen struppig – und das war’s. Lediglich ein dunklerer Farbton könnte funktionieren.

Es gibt noch einen weiteren Punkt, über den ihr euch bewusst sein solltet: Henna enthält Gerbsäure. Die Gerbsäure bewirkt, dass sich die Schuppenschicht des Haares zusammenzieht und verursacht so den typischen Henna-Glanz. Es ist aber so, dass dieser Vorgang auch austrocknend wirken kann, deshalb ist bei geschädigtem Haare besondere Vorsicht angesagt. Wer strapaziertes Haar hat und es trotzdem mit Henna versuchen möchte, sollte etwas Olivenöl zur Farbmischung hinzugeben und hinterher ein besonders intensive Kur auftragen.

Diese Vorbehalte euch egal? Ihr wollt es trotzdem? Dann legen wir jetzt mit dem Färben los!

Und so geht’s

Wir brauchen: Henna-Farbe, eine Schüssel, eine Gabel zum Umrühren, Plastiktüten, Gummihandschuhe und Haarkur:

20170311_145942

Füllt das Pulver in die Schüssel und startet den Wasserkocher. Gebt außerdem Haarkur zum Pulver. Dabei bitte nicht geizen. Die Haarkur ist sozusagen das Bindemittel, welches dafür sorgt, dass ihr eine geschmeidige Paste erhaltet. Nehmt ungefähr vier Esslöffel davon.

20170311_150335

Keine Angst vor dem grünen Farbton. Es wird Rot – versprochen!

Wenn sich der Wasserkocher ausgeschaltet hat, gießt das Wasser hinzu: Erstmal wenig und rühren, dann immer mehr. Die Paste sollt nicht zu dickflüssig sein, sonst verteilt sie sich nicht gut. Zu dünn ist auch schlecht, dann trocknet sie auf eurem Kopf nicht an, sondern tropft. Orientiert euch an der Konsistenz von… sagen wir mal Zahnpasta.

20170311_150707

Übrigens: Ihr könnt Henna auch mit schwarzem Tee anrühren (das Farbergebnis wird dann dunkler), ein Ei und/oder Rotwein hinzugeben. Mit ein bisschen Rotwein wird der Farbton besonders intensiv, aber ich hatte den Eindruck, dass der Alkohol über die Kopfhaut in die Nervenbahnen dringt. Mir war danach zumindest ein bisschen so, als ob ich etwas davon getrunken hätte. Wen das nicht stört -Prost!

Raver-Girly oder Blogger-Knödel

Wenn die Farbpaste etwas abgekühlt ist, geht’s ins Bad. Wer Hilfe hat, setzt sich auf einen Stuhl. Nun kann die Person eures Vertrauens eure Haarpracht in mitteldicke Strähnen teilen, in jede ordentlich bis zum Ansatz Henna einkneten und anschließend zu einem kleinen Knötchen aufdrehen. Hinterher habt ihr dann eine Frisur wie ein Raver-Girly im Jahre 1994. Wer keine Hilfe hat, hängt sein Haupt über die Badewanne. Wichtig: Henna wird aufs trockene Haar aufgetragen, sonst kann der Farbstoff nicht gut einziehen.

20170311_151736

Übrigens: Gummihandschuhe sind natürlich Pflicht im Umgang mit der Farbe. Falls doch etwas auf eure Haut kommt (gilt auch für Gesicht und Ohren): Keine Panik! Die Spuren verschwinden nach ungefähr 24 Stunden. Auch Flecken auf Handtüchern lassen sich bei 60 Grad gut wieder auswaschen. Jetzt knetet ihr kopfüber die Farbe nach und nach in euren ganzen Schopf ein. Beginnt an den Ansätzen und arbeitet euch dann in die Längen vor. Letztere sind nur bei den ersten Färbesitzungen wichtig, später könnt ihr sie vernachlässigen.

Zum Schluss dreht ihr eure Haare auf dem Kopf zu einer Art Blogger-Dutt zusammen (sofern sie lang sind jedenfalls) und wickelt die vorher bereitgelegten Mülltüten um das Ganze. Dabei hilft es, die Tüten vorher einmal längs aufzuschneiden. Jetzt noch ein Handtuch obendrüber und dann seid ihr fertig. Ich verspreche euch: Ihr seht mit dem Gewurschtel auf eurem Haupt richtig „stylisch“ aus, deshalb habe ich mich damit auch nicht fotografiert 😉 Jetzt heißt es, Geduld haben…

20170311_153704be

…und Wanne putzen!

20170311_153609

Euer Kopf hat nun ein ganz schönes Gewicht zu tragen. Ich lege mich am liebsten damit hin. Mit den Tüten und dem Handtuch über den Ohren hört ihr auch nicht viel. Am besten, ihr lest, schlaft oder seht (laut) fern. Und irgendwann ist es soweit – ihr dürft wieder ins Bad. Ich verspreche euch, ihr werdet aufatmen!

20170311_205132

Ihr müsst die Farbe nicht so lange drauf  lassen, wie ich es getan habe (wie die Uhrenbilder zeigen: über fünf Stunden). Auch bei etwa zwei Stunden erhaltet ihr einen schönen Effekt.

Ausspülen – endlich!

Hängt euren Kopf jetzt wieder über die Wanne oder geht komplett duschen. Spült erst mit klarem Wasser, dann wascht euch die Haare und verwendet auch ohne vorgeschädigte Haare eine Spülung oder Kur. Letzteres ist wirklich wichtig, sonst werdet ihr  beim Kämmen ernsthafte Probleme haben. Wenn ihr euch die Haare geföhnt habt, greift zur Bürste und begebt euch noch mal zur Wanne oder zum Waschbecken. Ich wette, wenn ihr euch jetzt die Haare glättet, kommen noch ziemlich viele kleine, trockene Henna-Krümel raus. Wenn ihr die ausgebürstet habt, seid ihr fertig. Vermutlich sogar fix und fertig – wie ich jedes Mal nach dieser doch recht aufwändigen Prozedur. Ich sage nur: Herzlichen Glückwunsch, ihr habt es geschafft!!!

Übrigens: Während ich diesen Beitrag schreibe lasten gefühlt zwei Kilo-Henna-Matsch auf meinem Kopf. Doch jetzt schreite ich zum Abspülen. Wie immer verfluche ich den Zeitaufwand und die ganze Schweinerei. Doch ich weiß: Das Ergebnis auf meinem Kopf werde ich lieben! Auch euch viel Spaß und Erfolg beim Haarefärben!

IMG_1473be

IMG_1119be

Berichtet mir gern von euren Erfahrungen: Nutzt ihr Henna? Wollt ihr es ausprobieren? Und was war eure bisher größte Haar-Katastrophe?

Henna-Tattoos: Auch im Winter schön!

Bilder auf der Haut sind ein hübscher Schmuck – doch nicht jeder möchte sich deshalb gleich ein Tattoo für die Ewigkeit zulegen. Die Alternative Bodypainting ist leicht gemacht, hält jedoch nur bis zum nächsten Duschen und färbt außerdem oft an die Kleidung ab. Henna-Tattoos sind hier ein guter Kompromiss. Nachdem ich mir schon seit gut zwanzig Jahren die Haare mit Henna färbe, habe ich diesen Sommer begonnen, mit Henna-Malerei – traditionell Mehndi genannt – zu experimentieren.

Henna-Füße und…

IMG_5457be

…Henna-Haare – letztere mein Markenzeichen seit zwanzig Jahren

IMG_5425be

Die Betonung liegt auf experimentieren! Es ist nicht ganz einfach, mit einer Henna-Tube oder Spritztüte gleichmäßige Linien zu ziehen und ich muss noch viel üben, um feine Formen hinzubekommen.

Zwar hat jetzt schon die Jahreszeit begonnen, in der wir unsere nackten Füße nicht mehr herzeigen, aber die Hände sind immer zu sehen. Und warum nicht auch im Winter die Füße verschönern? Es ist ein schöner Anblick für uns selbst, den Liebsten oder die Liebste, Sauna-Freunde und und und…

Natürlich lässt sich ein Henna-Tattoo an allen Körperstellen anbringen (zumindest wenn man Hilfe hat), aber meiner Erfahrung nach nimmt die Haut an Händen und Füßen die Farbe am besten auf. Sehr hier den Unterschied zwischen Bauch und Fuß:

IMG_5411be

IMG_5459be

Ausprobieren und üben!

Wenn ihr euch ein Henna-Tattoo zulegen wollt, habt ihr mehrere Möglichkeiten: Ihr könnt euch Schablonen dafür bestellen, etwa hier. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass die Farbe leicht unter die auf der Haut klebende Schablone sickert und damit euer Motiv verdirbt. Also: Traut euch und zeichnet selbst! An der Freihand-Zeichnung führt leider kein Weg vorbei. Denn alles, was ihr euch vorzeichnet, wird später unter der Henna-Farbe durchschimmern. Auch Korrekturen sind kaum möglich. Wenn die Farbe einmal die Haut berührt hat, bleibt auch bei sofortigem Abwischen ein mehr oder weniger deutlicher Schatten bestehen. Wenn ihr euch “vermalt” habt, dann passt lieber euer Motiv an, als daran herum zu wischen. Die ausgefüllten Blätter auf meinem Handgelenk sind Ergebnis eines solchen Unfalls:

20150822_165453

Tube oder Kegel?

Was die Henna-Farbe betrifft habt ihr zwei Hauptmöglichkeiten: Entweder ihr bestellt die Paste für die Tattoos in der Tube oder in einem Spritzkegel (Henna für die Haare rührt man selbst aus Pulver an, aber das soll hier nicht Thema sein). Zwar liest man im Internet viele positive Kommentare, aber ich bin mit den Tuben (etwa hier zu bestellen) überhaupt nicht klar gekommen. Die Farbe hat sich nicht durch die Tülle drücken lassen, sondern ist vorher an den Seiten rausgequatscht. Mehr Erfolg hatte ich mit Spritzkegeln. Diese Farbe war zudem viel fester, ist auf der Haut schnell getrocknet und ich musste keine Angst haben, irgendwo anzustoßen.

Lieber nicht abdecken

In vielen Anleitungen wird empfohlen, die mit Henna verzierte Stelle mit Folie abzudecken. Macht es nicht! Die Gefahr ist groß, dass euer mühsam aufgemaltes Motiv plattgedrückt wird. Und ihr müsst dann schon ungefähr eine Woche mit dem Ergebnis herumlaufen. Darum: Auftragen, vorsichtig sein, trocknen lassen. Und so lange einwirken lassen wie möglich! Anschließend die Farbkruste abbröseln und, falls notwendig, die Reste mit Wasser abwaschen. Dann etwas Öl oder Creme auf die Stelle streichen. Das Tattoo ist am ersten Tag stark orange, aber es dunkelt innerhalb der nächsten 24 Stunden nach und entwickelt schließlich ein schönes Rotbraun.

Hier habe ich die Farbe im Nachhinein noch ein wenig intensiviert, um den Kontrast noch besser zeigen zu können:

20150822_165513be

IMG_5462be

Selbst anrühren ist möglich

Ihr könnt eure Tattoo-Paste auch selbst machen: Rührt ein bisschen Henna-Pulver aus dem türkischen Supermarkt mit kochend heißem schwarzen Tee und Zitronensaft an. Stellt die Paste anschließend etwas 24 Stunden abgedeckt in den Kühlschrank. Jetzt wird es allerdings noch schwieriger als mit den Fertig-Produkten: Entweder ihr tragt euer Motiv mit einem Schaschlick-Stäbchen auf, aber damit ist es fast unmöglich, Schwünge zu zeichnen – ich bin daran jedenfalls gescheitert. Oder ihr bastelt euch aus Folie selbst eine Spritztüte – dazu kann ich nicht mehr sagen, ich habe es nicht probiert.

Vorsicht mit schwarzem Henna!

Wem das typische Henna-Braun nicht gefällt, der kann sein Tattoo auch in Schwarz malen. Aber Vorsicht! Um die schwarzfärbende Kraft zu erreichen werden dem Henna auch heute noch manchmal Phenylendiamine (PPD) zugesetzt. Dieser Wirkstoff kann schlimme Hautallergien mit irreversiblen Folgen auslösen. Darum beim Bestellen unbedingt in der Produktbeschreibung auf den Hinweis “PPD-frei” oder „keine Phenylendiamine“ achten (etwa hier). Die rot-braune Version der Henna-Farbe besteht dagegen in der Regel einfach aus den zu Pulver vermahlenen Blättern der Hennastrauchs, die mit Zitronensaft oder Vergleichbarem angerührt worden sind. Sie ist darum ungefährlich. Natürlich kann niemand wissen, wie eure individuelle Haut reagiert. Falls ihr noch keine Henna-Erfahrung habt: Probiert es doch sicherheitshalber erstmal an einer kleinen Hautstelle aus. Treten auch nach einiger Einwirkzeit keine Beschwerden auf, steht dem Mal-Spaß nichts mehr im Wege.

Tradition in Indien

Bei den traditionellen indischen Henna-Verzeirungen wurde meines Wissens schon immer vor allem die rot-braune Farbversion angewendet. Bräute erhalten in Indien auch heute noch aufwendige Bemalungen am Tag vor ihrer Hochzeit. Gerade hier ist es von besonderer Bedeutung, dass die Paste gut einwirkt. Solange die Braut nämlich noch von ihren Bemalungen geschmückt wird, muss sie nicht im Haushalt mitarbeiten. Diesen Vorschlag könnt ihr euren Mitbewohnern ja auch mal machen. Bleibt aber zu befürchten, dass sie eure selbst kreierten Tattoos dann nicht so toll finden, wie sie es eigentlich sollten. Darum: Henna-Tattoo machen, trotzdem im Putzwasser wühlen und wenn die Bemalung weg ist einfach über die Gelegenheit für ein neues Motiv freuen!

Digitales Museum Teil 2: Ein wunderfeines Geschenk für einen lieben Menschen

Du brauchst ganz dringend ein supertolles Geburtstagsgeschenk für Deinen Liebsten, Deine Liebste, Deinen besten Freund oder Deine beste Freundin? Es soll ganz individuell sein und viel Aufmerksamkeit oder Liebe drin stecken? Das habe ich was für Dich: ein Kunstkalender – von Dir eigenhändig gestaltet.

Jetzt höre ich schon Dein „AAAABER“… Aber Du hast ja gar keine Zeit mehr, weil der Geburtstag schon morgen ist? Tjaha… Du sollst ja auch nicht erst jetzt anfangen zu malen, zu kleben oder whatever. Ich hatte eher dran gedacht, dass Du Deine Mappen durchwühlst und geeignete Bilder zu einem Kalender zusammenstellst. Wer keine entsprechenden Mappen hat, darf natürlich gern den Pinsel schwingen – muss dann eventuell bereit für eine Nachtschicht sein.

Unter diesem Anwendungsmotto möchte ich euch jedenfalls heute im Rahmen meines Projektes „Das digitale Museum“ (siehe hier: anjamacht.wordpress.com/2015/04/03/digitales-museum-teil-1-10-grunde-aus-denen-du-telefonkritzeleien-nie-wegwerfen-solltest) zwölf kleinere Bildchen – größtenteils Skizzen oder Vorarbeiten für größere Bilder – von mir präsentieren, die sich bestens in einem Kalender zusammen stellen lassen.

Wer’s nachmachen will, besorgt sich am besten erst mal so ein Teil (kann man sich auch auf Vorrat hinlegen):

20150607_140705be

Ja, ich weiß, der ist von 2014 – aber sonst hatte ich gerade kein Beispiel-Exemplar auf Lager. Zudem empfehle ich euch auch dringend ein größeres Format!

JANUAR

-Es fegt ein Schneesturm durch das Land-

Acryl auf Papier

IMG_2994be

FEBRUAR

-Formengeklirr-

Acryl auf Papier

IMG_2996be

MÄRZ

Krikri-Serie 1: Frühlingsbote

Aquarellstift auf Büttenpapier

IMG_2861be

APRIL

-Tanz-

Pastell-Kreide auf Papier

IMG_2846be

MAI

-Explosion-

Acryl auf Papier

IMG_2906be

JUNI

-Formen. Ruhe. Das kleine Pink-

Aryl auf Papier. Collage.

IMG_2399be

JULI

-Farben.dunkel.tief.-

Öl-Kreide auf Papier

IMG_2921be

AUGUST

-Die freundliche Katze einer freundlichen Nachbarin-

Wachsmalstifte auf Papier

IMG_2828neu1

SEPTEMBER

-Wind. Da ist etwas.-

Aquarellstift auf Papier

IMG_2891be

OKTOBER

Formen I

Aquarellstift auf Papier

IMG_3018be

NOVEMBER

-Krikri-Serie 2: Der Vogel Krikri verkündet die Apokalypse-

Öl auf Papier

IMG_2378be

DEZEMBER

-Nicht das Ende-

Aquarellstift auf Papier

IMG_3044be

Habt ihr schon mal einen individuell gestalteten Kalender bekommen? Würdet ihr euch darüber freuen? Habt ihr Lust, selbst einen zu verschenken?

Bin gespannt.

Digitales Museum Teil 1: 10 Gründe, aus denen Du Telefonkritzeleien nie wegwerfen solltest

Mit dem “Digitalen Museum” starte ich ein ziemlich umfangreiches Vorhaben: Ich will alle Bilder, die ich selbst gemalt habe und die sich aktuell in unserer Wohnung befinden, nach und nach per Foto digitalisieren. Papier kann verrotten oder verbrennen, aber was in der Cloud ist, das bleibt…Drumherum erzähle ich kleine Geschichten, manchmal erkläre ich auch eine Maltechnik. Das Wichtigste aber ist der Spaß am Bilder ansehen. Herzlich willkommen im “Digitalen Museum”, der neuen Serie auf meinem Blog!

Es lohnt sich, kleine Zeichnungen und Krakeleien aufzuheben, die nebenbei – vielleicht beim Telefonieren – entstanden sind. Dafür sind mir gleich zehn Gründe eingefallen:

1.Weil’s gut aussieht

Spontan ohne viel Nachdenken klappt manches am besten. Planlos sind die Striche oft mutiger und freier.

IMG_2413a

2. Weil Kritzeleien eine tolle Grundlage zur Ausarbeitung sind.

Beim Kritzeln entstehen Ideen. Die Kritzelei von heute könnte das Gemälde von morgen sein.

IMG_2423

3. Weil Du durch’s Fotografieren der Zeichnung noch mal einen Extra-Effekt erhältst.

Hier kannst Du mit den verschiedensten Filtern und Ausschnitten experimentieren – Photoshop, Picasa oder auch Instagram machen’ s möglich.

IMG_2418 - Kopie (4)

IMG_2418 - Kopie (5)

IMG_2420 - Kopiebe

4. Weil’s nachdenklich macht.

Warum zum Kuckuck habe ich das eigentlich gemalt? Und wann genau? Was habe ich zu dem Zeitpunkt gemacht, gedacht, gemocht? Alte Kritzeleien sind Dein Ticket für eine Reise in die Vergangenheit.

IMG_2415

5. Weil Du immer ein passendes Tassen- oder Shirt-Druckmotiv auf Lager hast.

Zumindest dann, wenn Du Deine Zeichnungen digitalisierst.

IMG_2415 - Kopiebe

6. Weil Kritzel- Zeichnungen anders, individuell und edgy sind.

Mustache-Aufkleber hat doch jeder!

IMG_2413 (2) - Kopiebe1

7. Weil Du immer ein besonderes Geschenk parat hast.

In einem schicken Rahmen mit edlem Passepartout macht auch eine Kritzelzeichnung als Präsent ordentlich was her.

IMG_2413 (1)be

8. Weil Du Deine Zeichnungen zu einem grafischen Tagebuch verbinden kannst.

Du kritzelst öfter? Super! Alles sammeln und irgendwann zum Buch binden lassen. Was Du damit dann machen sollst? Hm… schon mal was von “L’art pour l’art” gehört?

IMG_2415AUSIMG_2423AUSIMG_2413 (1)

9. Weil Du mit einer Sammlung an Kritzel-Zeichnungen Deine eigenen Wände verschönern kannst.

Du kannst viele kleine Rahmen mit jeweils einer Zeichnung an der Wand arrangieren. Oder Du ordnest viele kleine Zeichnungen in einem großen Rahmen an. Sieht beides fein aus.

IMG_2413 (3) - KopieIMG_2413 (3) - Kopie1IMG_2413 (3) - Kopie2IMG_2413 (3) - Kopie3IMG_2413 (3) - Kopie5IMG_2413 (3) - Kopie

10. Weil alles, was Du mit Deinen kleinen Kritzeleien anstellen kannst, einfach Spaß macht!

Worauf wartet ihr noch? Wühlt eure Notizbücher und -blöcke nach alten Kritzeleien durch!

Endlich: Mein großes Bild!

Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Mein Ölbild ist fertig… oder so gut wie fertig. Jetzt fragt ihr natürlich „Was für ein Ölbild?“. Berechtigte Anmerkung – aber SORRY! – meine Begeisterung kennt gerade keine Grenzen. Wie lästig wäre es da, von vorne anzufangen. Ich habe meinen inneren Schweinehund überwunden, habe tage- ja wochenlange Farbausdünstungen in meinem Zimmer in Kauf genommen und zwischendurch mit Zweifeln gekämpft – da kann mich die Freude über ein „fast fertig“ schon mal zu Höhenflügen treiben. Ich fühle mich wie vor knapp zwanzig Jahren auf dem Oberstufen-Kolleg für Kunst. Und das war schön dort!

Aber von miiiiiir aus auch noch einmal der Reihe nach: Vor ein paar Wochen habe ich diesen Post geschrieben: langweilige-wande-und-was-man-dagegen-tun-kann – ihr erinnert euch? Ja? Bestens! Ich habe inzwischen meinen Entwurf – die ca. 20 x 20 Zentimeter große Aquarellstift-Zeichnung – zum Ölschinken ausgearbeitet. Das Bild ist 1,20 Meter breit und 0,90 cm hoch. Ganz schön groß! Das Malen hat gar nicht so lange gedauert – ungefähr eine Woche, aber dafür habe ich an den Wochentagen fast jeden Abend den Pinsel geschwungen – und an den beiden Wochenenden jeweils mehrere Stunden pro Tag.

Hier ein paar „Werkimpressionen“:

IMG_2042

IMG_2053

IMG_2044 IMG_2049

IMG_2050

IMG_2055

IMG_2046

IMG_2058

Für alle malenden Weddinger_innen und Moabiter_innen: Die Leinwand habe ich im Zeichencenter Ebeling gekauft. Dort gibt es zwar keine Riesenauswahl an derartigen Malgründen, aber hinreichende. Manche Größen können auch aus dem Lager geholt oder bestellt werden. Die Beratung ist kompetent. Niht unbedingt suuuper-freundlich, aber sehr sachkundig. Und das ist ja letztendlich auch zviel wichtiger.

Aber zurück zum Malen. Ich habe die Norma-Ölfarben von Schmincke verwendet. Die sind nicht zu teuer, was ja bei Öl-Farben wirklich zum Problem werden kann, haben aber eine solide Qualität. Die Töne lassen sich ganz wunderbar ineinander malen, das macht richtig Spaß!

IMG_2270

Ein Fehler den ich gemacht habe: Die Benutzung von Billig-Pinseln. Wer jetzt auch Lust bekommen hat, in Öl zu malen, dem möchte ich dringen raten: Bitte, bitte mach‘ mir das nicht nach! Ich musste ständig Härchen beziehungsweise Borsten aus meinem Bild kratzen. Das ist wirklich lästig und man macht sich damit eventuell auch eine schon sehr gut gelungene Bildstelle kaputt. Spart nicht am falschen Ende und kauft euch vernünftige Pinse! Dafür lieber ein paar Farbtöne weniger, denn durch Mischen lassen sich mit Ölfarben sehr schöne Ergebnisse erzielen. Die Farben verbinden sich super zu immer neuen Nuancen und Abstufungen.

Jetzt muss das Bild eigentlich nur noch trocknen und dann bekommt es ein Abschlussfirnis. Doch bis dahin heißt es Geduld haben – denn Ölfarbe braucht Monate, um zu trocknen. Das Bild in die langweilige Ecke zu hängen (siehe oben verlinkter Post) wird mein Sommerhighlight des Jahres 2015!!!

IMG_2106be

Langweilige Wände – und was man dagegen tun kann

Weiß. Das ist frisch, sauber und kühl. Es fördert die Konzentration und macht als Wandfarbe Räume größer und weiter. Es ist aber auch manchmal ein bisschen langweilig. Jedenfalls dann, wenn Räume ohnehin schon groß sind und so eben einfach ziemlich viel leere Fläche bleibt. So empfinde ich es jedenfalls manchmal noch ein kleines bisschen im Flur unserer neuen Wohnung. Mit Riesenspiegel, Bilder und Kerzenleuchtern haben wir uns im Kampf gegen die allzu große Leere schon recht gut geschlagen. Aber es gibt da noch so eine Wandstelle, die mich immer anstarrt und schreit: FÜLL MICH!!! Es ist das Wandstück über dem Schrank am Ende der Diele:

IMG_2007

Ja, genau DAS da:

IMG_2010

Und zwar muss, muss, muss da etwas hin, was die Abfolge von den beiden Lampen aufbricht:

IMG_2012

Das heißt: Entweder etwas Breites oder etwas zweiteiliges Symmetrisches, das die Lampen einrahmt. Ich habe mich für etwas Breites entschieden. Ein Bild, das mehr oder weniger quadratisch werden soll und das in die Vertiefung der Wand über dem Schrank hineinpasst. Inspiration fand ich in einem der letzten Tatorte. Da hing in einer Wohnung ein Gemälde, das mir sofort gefallen hat. Ich hatte zwar am nächsten Tag schon vergessen, wie genau es ausgesehen hat, aber das, was bei mir hängen geblieben ist, habe ich auf meine Weise in einem kleinen Entwurf verarbeitet. Ich habe mich weitgehend auf erdige Naturtöne festgelegt, damit es zum Boden und dem kleinen Teppich passt. Aber auch einige Gold-/Silber./Bronze-Effekte möchte ich ins spätere große Bild aufnehmen:

IMG_1996IMG_1997IMG_2003IMG_2001.jpg.korr.

Übrigens: Meine Entwürfe zeichne ich meist mit diesen Stiften:

IMG_2015 (2)

IMG_2021 (2)

Das sind einfach die Besten! Allerdings: Die Farbstifte von Faber, die nicht mit Wasser vermalbar sind, sind noch ein wenig angenehmer. Aber hej – sie sind eben nicht mit Wasser vermalbar!

Jetzt werde ich so schnell wie möglich den Entwurf in ein Bild verwandeln. Ich muss noch mal nachmessen, aber mindestens ein Meter mal ein Meter soll es werden. Vielleicht auch ein bisschen breiter als hoch, denn die Lücke ist auch nicht quadratisch. Ich mach‘ das in Öl oder Acryl auf Leinwand. Am nächsten Wochenende geht’s los. Yeah!