Archiv der Kategorie: Anja macht etwas mit Stoff

Mein erstes Kleid

Nachdem am Osterwochenende leider der Tanzworkshop ausgefallen ist, auf den ich mich gefreut hatte, habe ich etwas genauso Tolles gemacht: Ich habe mein erstes Kleid genäht! Bisher sind vor allem kleine Teile, Upcycling-Projekte, Oberteile und Röcke von meiner Nähmaschine gehüpft. Beispiele gefällig? Schaut zum Beispiel hier, hier oder hier. Jetzt war ich mutig und habe mich an ein komplexeres Projekt gewagt: Ein Jerseykleid mit Wasserfall-Ausschnitt und weitem Rock nach dem Schnittmuster „Ella“ von pattydoo.

So sieht es aus:

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Eigentlich habe ich mir vor zwei Jahren meine Nähmaschine hauptsächlich deshalb gekauft, weil ich dieses Schnittmuster – meine heiße Liebe – umsetzen wollte. Ein bisschen Angst hatte ich mit meiner vollkommenen Erfahrungslosigkeit aber doch. Also habe ich gewartet und vor mich hin genäht. Das war gar nicht so schlecht, denn jetzt fiel es mir sehr leicht, dieses Kleid zu nähen. Für alle, die es auch probieren wollen: Nur Mut! Mit den grundlegenden Nähkenntnissen im Gepäck ist es wirklich ganz einfach.

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Ich hätte das Kleid auch mit einem eingesetzten Taillenband ausstatten können – der Schnitt bietet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Darauf habe ich verzichtet, denn ich wollte es mir erstmal so einfach wie möglich machen. Allerdings habe ich noch nachträglich ein breites Bindeband genäht, denn ohne Betonung für der Taille sieht dieses Kleid, wie ich finde, ein bisschen langweilig aus.

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Beim Stoff habe ich mich für einen Viskosejersey entschieden, der mir anfangs ein wenig zu leicht vorkam. Später hat er sich aber als gute Wahl erwiesen. Das Kleid fällt schön voluminös und ist sogar relativ schwer. Er ließ sich auch unkompliziert verarbeiten.

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Für meinen ersten Versuch bin ich jedenfalls sehr zufrieden und sicher wird meine „Ella“ noch die eine oder andere Schwester bekommen. Ideen habe ich jedenfalls genug.

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Habt ihr auch schon ein Kleid genäht? Welches sind eure liebsten Schnittmuster? Ich bin neugierig auf eure Erfahrungen.

Liebe Grüße

Anja

Zauberei: Aus der Jeans wird ein Rock

Vielleicht habt ihr auch eine alte Jeans, die nicht mehr so top aussieht und sogar Flecken auf den Beinen hat? Nicht wegwerfen! Macht einfach einen Rock daraus, ich zeige euch, wie es geht. Hier meine Version:

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Ihr ahnt schon, was ich gemacht habe: Die Hosenbeine habe ich einfach abgeschnitten und den Rest als Rocksattel genutzt. Allerdings musste ich für eine gute A-Linie vorn zwischen den Beinen einen kleinen Stoffkeil einsetzen. Hinten konnte ich den Beinansatz einfach zusammennähen. Das sieht dann so aus:

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Das angesetzte Stück Stoff habe ich doppelt genommen, um mehr Stand zu erreichen. Es stammt auch aus Lisas Reste-Kollektion. Der Stoff lag relativ breit, da hat eine Bahn gereicht. Die Naht liegt hinten. Habe den Stoff erst rechts auf rechts der Länge nach mit der Maschine zusammengenäht, dann links auf links in der Mitte nach innen geklappt und zusammengeheftet. Das so entstandene Stück habe ich schließlich an den Jeanssattel gesteckt und mit der Hand festgenäht. So viele Lagen ziemlich kräftiger Stoffe hätte meine Maschine nicht bewältigt.

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Um das Ganze abzurunden habe ich zum Schluss noch einen passenden Gürtel geschneidert und vorne und hinten an den Rocktaschen Knöpfe aus der Knopf-Sammlung aufgesetzt, die mein Freund von seiner Oma geerbt hat. Ich habe die gut gefüllte Dose anfangs ein wenig belächelt, was aber ein Fehler war. Es sind viele schöne Stücke darin, und so, wie ich sie jetzt verwendet habe, gefällt es mir richtig gut.

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Habt ihr auch schon mal eine (Jeans-)Hose in einen Rock verwandelt? Es gibt dabei unendlich viele Möglichkeiten, kreativ zu sein und außerdem einem alten Stück zu neuem Leben zu verhelfen. Würde mich freuen, eure Versionen zu sehen!

Hier noch ein paar Tragebilder – vielen Dank an meinen Schatz für die Geduld beim Fotografieren! Wir haben es dieses Mal sogar in zwei Anläufen gemacht.

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Einfacher geht’s nicht: Der Zipfelrock

Heute zeige ich euch einen Rock, den ihr ganz einfach und ohne Schnitt nachnähen könnt. Ich nenne ihn den Zipfel-Roch, weil er – tadaaaaa – Zipfel hat! Jetzt fragt ihr euch wahrscheinlich, ob das nicht mega-eighties ist. Ja, schon, aber erstens sind die 80er gerade Le Dernier Crie und außerdem fällt dieses Modell einfach traumhaft schön – ganz egal ob vor dreißig Jahren oder heute. So sieht es angezogen aus:

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Der Stoff ist ziemlich fest und hat viel Stand. Das hat den Vorteil, dass der Rock viel Volumen hat, aber zugleich ist es auch ein wenig steif. Das Material gehört zu den Stoffen aus dem Sack, den mein Freund bei uns im Hausflur gefunden hat.  Hier ein Solo-Bild ohne Trägerin:

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Wie funktioniert das? Ich habe mir aus dem riesigen Stoff-Stück zwei Quadrate für die Rockweite ausgeschnitten und ein Rechteck für den Bund. Die Größe der Quadrate gibt die Länge für euren Rock vor. Ich habe eine Seitenlänge von 1,10 m genommen und bin damit bei meiner Größe von 1,63 m auf einen Midi-Look gekommen. Wenn ihr die Quadrate säumen wollt, dann solltet ihr es jetzt tun. Verwendet ihr Jersey, bevorzugt ihr vielleicht ungesäumte Kanten.

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Das Rechteck fürs Bündchen muss logischerweise so lang sein, dass es um eure Taille passt. Ihr näht es erst an der hinteren Naht zusammen, dann legt ihr es links auf links in den Bruch und steckt oder heftet es unten zusammen.

Jetzt kommt der einzige Arbeitsschritt, der Schwierigkeiten bereiten könnte: Ihr müsst in der Mitte der Quadrate eine Taillenöffnung hineinschneiden. Dafür faltet ihr eure Stoffquadrate je zwei Mal diagonal und trennt die obere Spitze gerundet ab.

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Klingt easy-peasy, aber ich war mir ziemlich unsicher, wie viel ich wegschneiden muss. Meine Taille ist ca. 66 cm breit und die von mir abgeschnittene Spitze hatte eine Seitenlänge von 13 cm. Das Loch war viel zu groß und ich musste das Bündchen extrem dehnen, um den Rock-Stoff annähen zu können. Ich konnte mir das räumlich nicht gut vorstellen und habe einfach auf Verdacht geschnitten. Hoffentlich gelingt es euch besser.

Wenn ihr diese Hürde genommen habt, müsst ihr eure beiden gelöcherten Quadrate übereinander legen:

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Die rechten Seiten des Stoffs zeigen nach unten. Hängt euer Bündchen jetzt mit der rechten Seite nach außen in den Taillenausschnitt, steckt es fest und näht es an. Fertig!

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Habt ihr schon mal einen Zipfel-Rock genäht? Oder habt ihr einen heißen Tipp für Teile, die sich ebenfalls ohne Schnitt nähen lassen? Ich bin gespannt!

 

Recycling-Idee: Anja macht etwas aus größeren Stoffresten (und zeigt euch die Zwillingsnaht)

Manchmal hat man ja nicht nur kleinere Stoffreste übrig, sondern größere. Natürlich könnt ihr auch daraus viele kleine Sächelchen machen, wie ich es zum Beispiel in meinem vorletzten Post gezeigt habe. Aber eigentlich ist es schade, größere Stoffstücke zu zerschneiden. Wenn ihr um die Ecke denkt und gut kalkuliert, dann ist manchmal sogar noch ein richtiges Kleidungsstück drin.

Lieber doch mit Schnitt

Ich hatte noch ziemlich viel Stoff von dem Blutsgeschwister-Shirt bzw. -Kleid, das ich euch hier gezeigt habe. Außerdem hatte ich auch noch schwarzen Jersey vom Bündchen meines Tellerrocks. Mir kam die Idee, alle drei Stoffe zu einem weiteren Rock zu vernähen. Zuerst wollte ich es ohne Schnitt machen, aber das schien mir dann doch ein bisschen zu riskant. Darum habe ich mich dafür entschieden, den Schnitt von dem Unterrock des Makerist-Ballonrocks zu nutzen. Für sich genommen ist der Unterrock unproblematisch. Nur der gesamte Rock hat seine Tücken, wie ich euch in meinem Post dazu gezeigt habe. So sieht mein Drei-Stoff-Rock aus:

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Dieses Stück lässt sich nach dem Makerist-Schnitt wirklich easy-peasy zuschneiden und zusammennähen. Wenn ihr heute nachmittag startet, dann könnt ihr morgen in einem neuen Rock eure Kolleg_innen bei der Arbeit beeindrucken.

So weit, so gut, meine (viel zu lange) Überschrift verrät, dass ich noch auf ein anderes Thema zu sprechen kommen möchte: die Zwillingsnaht!

Stretchige Säume – dank Zwillingsnaht!

Die Verarbeitung von Jersey, Sweat, Strick und anderen stretchigen Stoffen bringt ja das Problem mit sich, dass sich auch die Nähte des Kleidungsstücks mitdehnen müssen. Das gilt zum einen für die Nähte, die keine Saumnähte sind. Da nähen die Profis unter uns Hobbyschneider_innen mit ihrer Overlock. Der Rest (zu dem ich gehöre) bedient sich der Zickzack-Naht. Aber auch Säume sollen stretchig sein. Hier sieht Zickzack doof aus und auch die Overlock-Optik ist nicht unbedingt das passende Mittel der Wahl.

Um dieses Problem zu bewältigen, gibt es die Zwillingsnaht (Detailfoto oben rechts)beziehungsweise die Zwillingsnadel. Am Anfang hatte ich ein bisschen Angst vor dem Einsetzen und Einfädeln der Nadel. Ich empfehle: Googelt das Thema und schaut euch Videos auf YouTube an. Wichtig ist, dass ihr vor dem Kauf der Doppelnadel klärt, ob sie (und wenn ja, welches Modell) für eure Nähmaschine geeignet ist.

Im Zweifelsfall: Ab in den Fachhandel!

Falls ihr unsicher seid: Geht in den Fachhandel und fragt nach. Ihr könnt zwischen Nadeln wählen, die beide Nähte in unterschiedlich großen Abständen nebeneinander platzieren. Das ist eine Geschmacksfrage. Ich habe mich für eine der kleineren Abstandsgrößen entschieden und würde beim nächsten Mal zu einer etwas breiteren Zwillingsnadel tendieren. Ich habe den Eindruck, bei einem engen Abstand wird der Stoff zwischen den beiden Nähten leicht wulstig. Aber da bin ich noch in der Testphase. So sieht mein Rock getragen aus:

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Egal ob mit ohne Overlock, Zwillingsnadel oder welchem Equipment auch immer: Ich wünsche euch allen viel Freude beim Nähen und noch ein wunderfeines Restwochenende!

Was macht ihr aus alten Stoffresten? Und habt ihr schon mal mit einer Zwillingsnadel genäht? Eure Erfahrungen interessieren mich sehr!

Verschlissenes Lieblingsteil nachschneidern – so geht’s!

Viele werden es kennen: Da gibt es ein Lieblingsteil in eurem Schrank, das ihr gaaaanz oft tragt. Und so sieht das gute Stück auch nach einiger Zeit aus: abgetragen. Bei gestrickten Sachen geht das besonders schnell. Unschönes Pilling verunstaltet den schönen Pulli oder Cardigan – daran scheitert nach einiger Zeit auch der Fusselrasierer. Also: was tun? Weitertragen und immer ein bisschen gammelig fühlen? Oder – ein schrecklicher Gedanke – wegwerfen? Dann vielleicht doch lieber in die hinterste Ecke der Kommode schieben und da vor sich hinfaulen lassen? Mitnichten! Ihr Lieben, das bringt alles nichts! Deshalb rate ich euch: Zerschneidet das Stück in seine Bestandteile, nehmt sie als Schablonen für ein Schnittmuster und näht dann das Teil nach.

Ich habe es mit einer schwarzen Strickjacke gemacht und das Ergebnis trage ich gerne. Leider kann ich euch die Ausgangsjacke nicht mehr zeigen, weil die Aktion schon über ein Jahr zurückliegt. Die Einzelteile hingegen habe ich noch und die sehen so aus:

Rückenteil und Seitenteile:

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Die Ärmel:

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Der Cardigan bestand aus einer schwarzen, leichten Strickware. Ich habe ihn in Jersey nachgenäht und das sieht so aus:

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Das ganze Teil ist ein bisschen schief, denn damals habe ich noch ein bisschen dilettantischer gewerkt. Die Betonung liegt auf „noch“. Aber egal, denn beim Tragen sieht man es nicht. Ich hatte mir, soweit ich mich erinnere, nicht mal ein Schnittmuster gemacht, sondern die Einzelteile einfach auf den Stoff gelegt und mit etwas Nahtzugabe rundherum geschnitten.

Man kann die Jacke auf mehrere Arten tragen:

A) Offen

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B) Locker geknotet

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C) Fest geknotet

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D) Vorne gekreuzt und hinten geknotet

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Habt ihr auch schon mal ein altes Lieblingsteil nachgenäht? Bin gespannt auf eure Erfahrungen!

 

 

Was man aus Stoffresten machen kann

Jeder, der näht, kennt es: Vom letzten Schneider-Projekt sind ziemlich viele Stoffstücke übriggeblieben. Zum Wegwerfen zu schade, also ab damit in den Restekorb. Und da gammeln sie dann vor sich hin. Längst ist frischer Stoff gekauft und ein neuer Schnitt wartet auf die Umsetzung.

Kommt euch das bekannt vor?

Dabei sind die Reste wahre Schätze, die sich zu vielen hübschen kleinen (und größeren) Dingen verarbeiten lassen. Heute möchte ich euch drei Anregungen geben, in was ihr die Stoffstückchen aus eurer Schatzkiste verwandeln könnt: Eine Mütze, Stirnbänder und Armstulpen. Ihr braucht nur eure Stoffreste und passendes Garn. Wer mag, kann (wie ich es auch gemacht habe) noch ein paar Schmucknieten mit hinzunehmen. Bei www.nietenkaufen.de findet ihr eine fantastische Auswahl.

Wenn eure übriggebliebenen Stücke wirklich klein sind, dann schneidert euch ein Stirnband oder Armstulpen daraus. Bei den Stulpen könnt ihr die Länge variieren – je nachdem, was eure Reste hergeben. So könnten eure selbstgemachten Accessoires aussehen:

Stirnbänder…

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…und Armstulpen – einmal von vorne und einmal von der Rückseite:

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Wenn ihr ein bisschen mehr Stoff zur Verfügung habt (ca. 70 x 30 cm), versucht es mal mit einer Mütze. Wenn ihr zwei verschiedene Reste in passender Größe habt, könnt ihr eine Wendemütze nähen. Ich habe den Schnitt aus dem Buch nach unten um ca. sieben Zentimeter verlängert, um eine Art Beanie-Optik zu erreichen. Hier mein Wende-Modell von beiden Seiten in grau und nude:

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Was die Anleitung betrifft, muss ich euch für Mütze und Stirnbänder auf das Buch Nähen macht glücklich  von Karin Ziegler verweisen, das ich in einem meiner letzten Blogbeiträge rezensiert habe: Blutsgeschwister-Nähbuch im Praxistest

Die Stulpen habe ich selbst kreiert und sie sind ganz einfach. Ihr braucht nicht mal eine Nähmaschine. Auf dem Sofa sitzen, ein Hörbuch hören und ein bisschen mit der Hand sticheln – das ist für mich Entspannung pur und eine der schönsten Arten, meine Freizeit zu verbringen. Aber ich schweife ab…

Also: Schneidet euch zwei Rechtecke zu. Sie müssen so breit sein, dass sie bequem um euren Arm herumpassen plus Nahtzugabe. Vielleicht wollt ihr eure Stulpen auch über eure Pulli-Ärmel schieben können? Dann schneidet ein bisschen breiter zu. Bei der Länge ist im Prinzip alles möglich: Kleine Pulswärmer oder bis hinauf zum Oberarm – wie es euch beliebt. Jetzt die Rechtecke rechts auch rechts der Länge nach zusammennähen, wenden, fertig. Vielleicht möchtet ihr oben und unten noch einen kleinen Saum nähen? Ich habe es gemacht, aber bei Jersey oder Sweatshirt-Stoff ist das nicht mal unbedingt notwendig.

In meiner Kreation kommt allerdings noch ein kleines Special vor: Ich habe in der Naht jeder einzelnen Stulpe einige Zentimeter vor dem unteren Rand eine Lücke von einigen Zentimetern gelassen, durch die ich meinen Daumen schieben kann. Versäubert habe ich die Löcher, indem ich bei dem auf links gedrehten Teil die Ränder des Lochs nach innen gezogen, festgesteckt und dann angeheftet habe. Im Detail sieht das so aus:

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Wie ihr seht, habe ich meine Stulpen – und auch die Mütze – noch mit Nieten verziert. Das ist ganz leicht: Einfach die Dornen der Niete durch den Stoff stechen und umbiegen. Nehmt euch dafür eine kleine Schere oder etwas Ähnliches zu Hilfe. Die Haut an euren Fingerspitzen und eure Nägel werden es euch danken. Wichtig bei der Mütze: Ihr müsst die Nieten aufbringen, bevor ihr das Äußere der Mütze und das Innere zusammennäht.

Und wie sehen die ganzen Teile getragen aus? Hier ein paar Ergebnis-Fotos von meiner Stoffreste-Verwertungsaktion:

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Was macht ihr mit euren Stoffresten?

Nachschneidern von Schnittmustern – was tun, wenn das Ergebnis doof aussieht?

Heute möchte ich euch davon berichten, wie ich das Schnittmuster „Ballonrock“ von Makerist nachgenäht habe. Das Ergebnis sah an mir einfach nur schauderhaft aus! Wenn der Rock nicht in die Tonne oder bestenfalls zu ebay wandern sollte (wer bitte sollte das Teil kaufen wollen?), musste ich mir dringend etwas ausdenken! Jeder, der näht, weiß nur zu gut, wie man an den eigenen Erzeugnissen hängt. Mein Motto lautet nicht umsonst „Passt nicht gibt’s nicht!“. Also habe ich mir etwas einfallen lassen. Das Ergebnis meiner Bemühungen sah schließlich so aus und ich bin zumindest einigermaßen zufrieden:

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Aber zurück zum Anfang! Wo lag mein Problem? Dazu möchte ich gern eine andere Userin zu Wort kommen lassen, denn sie bringt meine Kalamitäten auf den Punkt. Bei der Bewertungsoption auf http://www.makerist.de (direkt unter dem Schnittmuster, siehe Link oben) vergibt Carolin Flubacher nur zwei von fünf möglichen Sternen. Ihre Begründung für die schlechte Wertung:

„Das Ergebnis ist ein schöner Rock, doch leider passt das Größenverhältnis nicht. Musste noch einiges anpassen!“ 

Das ist auch genau meine Erfahrung! Das Schnittmuster gibt es in den Größen 34/36, 38/40 und 42/44. Ich habe den Rock in 34/36 nachgenäht. Die Vorlage besteht aus Bündchen, Unterrock und Oberrock. Letzterer wird auf den Unterrock aufgekräuselt, um den Balloneffekt zu erreichen. Ich habe das Teil erstmal streng nach Schnitt fertig genäht und war vor dem Spiegel entsetzt: Der Rock war viel zu lang und der Balloneffekt nicht sehr eindrucksvoll. Es sah total brav und langweilig aus. So hätte ich mich nie und nimmer auf die Straße getraut. Doch alles aufmachen, neu zuschneiden und wieder zusammennähen wäre Wahnsinn gewesen!

Kurz überlegt und dann gehandelt! Schlimmer ging es ja ohnehin nicht mehr. Ich habe mir also den Saum gegriffen, ihn nach innen geschlagen, ein Stück hochgerafft und am Unterrock festgesteckt. Anschließend habe ich den Saum mit einer Art Leiterstich angeheftet. Das sieht von links dann so aus:

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Zugegeben, professionell ist das nicht, aber es war die einzige Möglichkeit, die mir eingefallen ist.

Allen, die sich auch (und trotz meiner und Carolins Warnung) an den Ballonrock von Makerist wagen wollen, möchte ich folgende Tipps geben:

  • Nehmt für den Oberrock mehr Weite, so wird der Balloneffekt üppiger. Das solltet ihr umso mehr beherzigen, je dünner euer Stoff ist. Aber prinzipiell sind für diesen Schnitt ohnehin nur Stoffe mit hoher Standfestigkeit geeignet.
  • Probiert vor dem Zusammennähen von Unter- und Oberrock aus, ob euch die Länge gefällt. Ich habe bei einer Größe von 1,63m bei 34/36 zwischen 15 und 20 Zentimetern im Nachhinein eingeschlagen und der Rock ist immer noch weit vom Mini entfernt.

Zum Schluss noch ein paar Eindrücke von meinem Nähergebnis:

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Wart ihr auch schon mal enttäuscht vom Ergebnis eines Schnittmusters? Wenn ja: Was habt ihr in diesem Fall gemacht? Bin gespannt auf eure Erfahrungen!