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Shirt-Upcycling: Von der grauen Maus zum bunten Paradies-Vogel

Jede von euch hat es: Irgendein altes graues T-Shirt, das traurig irgendwo ganz hinten im Schrank liegt. Ihr habt es euch gekauft, weil ihr euch gedacht habt, “das ist ein Basic-Teil, das braucht man immer”. Oder so ähnlich. Aber eigentlich ist es einfach nur langweilig. Bevor ihr das Graue-Maus-Shirt aber ausmustert und vielleicht einen Putzlappen draus macht – versucht es doch mal mit einem Upcycling der experimentelleren Art. Tobt euch aus und probiert etwas Neues! Wenn es euch hinterher nicht gefallen sollte, ist nichts verloren – außer vielleicht ein bisschen Zeit.

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Ich bin ehrlich gesagt von meinem Ergebnis nicht so ganz überzeugt, aber ich wollte einfach mal etwas ausprobieren ohne Rücksicht auf Tragbarkeit.

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Ich weiß nicht, ob ich jemals draußen anziehen werde – aber man muss ja auch mal ein bisschen rumprobieren!

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Ihr braucht:

  • ein Shirt
  • Stoff
  • Nadel und Faden
  • eventuell eine Nähmaschine (zu dem Zeitpunkt dieses Upcyclings hatte ich noch keine und habe es also von Hand zusammengefrickelt)

Die Idee, die ich dabei im Kopf hatte war, eine Art Wickelshirt herzustellen. Ich habe also einen Teil des Original-T-Shirts weggeschnitten. Das sieht ungefähr so aus:

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Das entfernte Stück habe ich aus dem gemusterten Jersey neu doppelt zugeschnitten, rechts auf rechts zusammengenäht, gewendet  und an das Rest-Shirt gesteckt. Dann bin ich (Vorsicht Stecknadeln!) in das Teil geschlüpft, habe geprüft, wie es sitzt  und wohin die beiden Druckknöpfe kommen sollen.

Der Sitz der Knöpfe – der obere ist nicht so gut zu sehen. Er sitzt ganz nah an der abgeschnittenen grauen Kante:

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Hier die Gegenstücke zu den Druckknöpfen auf dem grauen Stoff:

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Hier alle vier Knopfpositionen – leider nicht ganz leicht zu erkennen:

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Anschließend gegebenenfalls die Stecknadeln korrigieren. Wenn es passt: Zusammennähen und Knöpfe befestigen. Auch die Ärmel habe ich noch verschönert. Diesmal habe ich den bunten Stoff nicht doppelt genommen, sondern an der oberen Seite einfach mit eingeklapptem Saum auf den Ärmel draufgenäht. Am unteren Ende habe ich den neuen Stoff um die Stoffkante des Shirts herumgelegt und mit unauffälligen Stichen befestigt.

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Weil ich zum Schluss den Sitz den Shirts ein bisschen zu schlapp fand (obwohl ich mit den Knöpfen das ganze schon auf Taille gebracht hatte), habe ich noch aus einem schwarzen Stück Jersey einen Bindegürtel zurecht geschnitten (siehe Tragefotos), der ein bisschen an einen Kimono erinnert – mich zumindest. Et voilà: das neue alte Shirt ist fertig!

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Mal was für die Kleinsten: Blumenkranz aus Wollresten

Zu einem Zeitpunkt, als DIY noch “Handarbeiten” hieß, hat mir meine Oma diesen Blumenkranz gemacht:

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Erstaunlicherweise passt er auch heute noch!

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Was 1983 die dreijährige Anja aus den Latschen gehauen hat, gefällt der heute 35-Jährigen immer noch. Doch als mir das Ding neulich beim Aufräumen in die Hände fiel, habe ich mich zum ersten Mal gefragt: Wie hat die Oma das eigentlich gemacht??? Sie selbst kann es mir nicht mehr sagen, darum habe ich meine Mutter gefragt. Die genaue Anleitung hatte sie zwar nicht parat, aber immerhin ein paar Tipps und Hinweise mit denen ich arbeiten konnte. Ich habe alles fotografiert und aufgeschrieben, weil ich es schade fände, wenn diese Idee aus den Reihen meiner family verlorenginge.

Ich erkläre und zeige euch jetzt Schritt für Schritt, wie ihr für eure Tochter, euch selbst, euren Neffen, den Hund, die Katze oder wen auch immer einen Blumenkranz aus Wollresten herstellen könnt: Zuerst häkelt ihr das Bändchen, auf das die Blumen aufgenäht werden. Dafür dürft ihr nicht mit Luftmaschen beginnen, sonst stretcht es sich nicht. Meines dehnt sich wircklich genial, sodass es mir auch 32 Jahre später noch super passt. Ich habe im Internet eine detaillierte Anleitung für euch herausgesucht, wie ihr in so einem Fall vorgehen müsst:

www.handarbeitsfrau.de/thema/elastische-buendchen

Probiert beim Häkeln immer mal aus, ob das Band schon um den Kopf der Person herumreicht, für die das Kränzchen bestimmt ist. Wenn ihr die passende Länge erreicht habt, näht ihr beide Enden zusammen. Das war ja für die meisten von euch sicher super-einfach. Doch jetzt wird es spannend! Ich habe später nie wieder auf diese Art gemachte Blumen gesehen und verrate euch jetzt also ein Familiengeheimnis. Los geht’s! Sucht euch einen Bleistift (einen möglichst langen), Wolle für die “Blumenblätter” und Wolle für das Blüteninnere. Schneidet einen Faden (etwa 25cm) von der Wolle für das Blüteninnere ab und legt ihn am Bleistift an. Dann nehmt ihr das Garn, das ihr für das Blütenäußere verwenden wollt und wickelt es um den Bleistift herum. Ich habe hier sowohl für Innen als auch für Außen gelben Faden verwendet. Das war nicht so schlau, aber ich denke, man kann trotzdem sehen worauf es ankommt:

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Bei der Version auf dem Foto habe ich den Wickelfaden am Anfang und am Ende festgeknotet. So geht das Wickeln leichter, aber hinterher habt ihr den Anfangs- UND den Abschlussknoten, die ihr möglichst geschickt verstecken müsst (bitte ein bisschen frickeln und probieren). Schöner – aber auch ein bisschen unhandlicher – ist es, wenn ihr den Faden am Anfang nicht festbindet, sondern einfach festhaltet und loswickelt: Einmal hin und einmal her, dann vom Wollknäuel abschneiden und mit dem Anfangsfaden verknüpfen. So sieht eine fertige Blüte aus:

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Jetzt der kommt der schönste Moment! Ihr zieht den Bleistift raus und haltet den innen liegenden Faden dabei gut fest. Nun die Wollwickel am Innenfaden entlang zusammenschieben und Letzteren festknoten. Die Blüte ist schon fast fertig! Ihr müsst nur noch ein Ende des herunterhängenden Innenfadens in das Öhr einer dicken Stopfnadel fädeln und der Blume in der Mitte einen “Stempel” sticken. Danach könnt ihr sie am Häkelkränzchen festnähen. Alle Fäden abschneiden – fertig. Auf diese Weise könnt ihr beliebig viele Blumen herstellen und eure Version des Kränzchens herstellen. Viel Spaß!

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Übrigens: Das Shirt, das ich trage, hat meine Mutter vor vielen Jahren ursprünglich mal für sich selbst geschneidert. Gibt es in euren Familien auch eine allgemeine DIY-Begeisterung?

Digitales Museum Teil 2: Ein wunderfeines Geschenk für einen lieben Menschen

Du brauchst ganz dringend ein supertolles Geburtstagsgeschenk für Deinen Liebsten, Deine Liebste, Deinen besten Freund oder Deine beste Freundin? Es soll ganz individuell sein und viel Aufmerksamkeit oder Liebe drin stecken? Das habe ich was für Dich: ein Kunstkalender – von Dir eigenhändig gestaltet.

Jetzt höre ich schon Dein „AAAABER“… Aber Du hast ja gar keine Zeit mehr, weil der Geburtstag schon morgen ist? Tjaha… Du sollst ja auch nicht erst jetzt anfangen zu malen, zu kleben oder whatever. Ich hatte eher dran gedacht, dass Du Deine Mappen durchwühlst und geeignete Bilder zu einem Kalender zusammenstellst. Wer keine entsprechenden Mappen hat, darf natürlich gern den Pinsel schwingen – muss dann eventuell bereit für eine Nachtschicht sein.

Unter diesem Anwendungsmotto möchte ich euch jedenfalls heute im Rahmen meines Projektes „Das digitale Museum“ (siehe hier: anjamacht.wordpress.com/2015/04/03/digitales-museum-teil-1-10-grunde-aus-denen-du-telefonkritzeleien-nie-wegwerfen-solltest) zwölf kleinere Bildchen – größtenteils Skizzen oder Vorarbeiten für größere Bilder – von mir präsentieren, die sich bestens in einem Kalender zusammen stellen lassen.

Wer’s nachmachen will, besorgt sich am besten erst mal so ein Teil (kann man sich auch auf Vorrat hinlegen):

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Ja, ich weiß, der ist von 2014 – aber sonst hatte ich gerade kein Beispiel-Exemplar auf Lager. Zudem empfehle ich euch auch dringend ein größeres Format!

JANUAR

-Es fegt ein Schneesturm durch das Land-

Acryl auf Papier

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FEBRUAR

-Formengeklirr-

Acryl auf Papier

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MÄRZ

Krikri-Serie 1: Frühlingsbote

Aquarellstift auf Büttenpapier

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APRIL

-Tanz-

Pastell-Kreide auf Papier

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MAI

-Explosion-

Acryl auf Papier

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JUNI

-Formen. Ruhe. Das kleine Pink-

Aryl auf Papier. Collage.

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JULI

-Farben.dunkel.tief.-

Öl-Kreide auf Papier

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AUGUST

-Die freundliche Katze einer freundlichen Nachbarin-

Wachsmalstifte auf Papier

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SEPTEMBER

-Wind. Da ist etwas.-

Aquarellstift auf Papier

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OKTOBER

Formen I

Aquarellstift auf Papier

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NOVEMBER

-Krikri-Serie 2: Der Vogel Krikri verkündet die Apokalypse-

Öl auf Papier

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DEZEMBER

-Nicht das Ende-

Aquarellstift auf Papier

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Habt ihr schon mal einen individuell gestalteten Kalender bekommen? Würdet ihr euch darüber freuen? Habt ihr Lust, selbst einen zu verschenken?

Bin gespannt.

Upgrade für ein altes Shirt – eine von unzähligen Möglichkeiten

Zu schade zum Wegwerfen, zu langweilig zum Weiteranziehen – ich denke, viele kennen das Problem. Was tun? Ganz einfach: ein bisschen nachdenken, Schere, Garn, Näh- und Stecknadeln sowie Stoffreste raussuchen und dann ganz einfach loslegen! In diesem Fall geht es um ein rosafarbenes T-Shirt mit Glitzerschriftzug, das mich einfach (zu) sehr an meine Schulzeit in den Neunzigern erinnerte. Ich kann euch das Oberteil leider nicht mehr im Originalzustand zeigen, da ich das Upcycling schon vor über einem Jahr gemacht habe.

Nichts gegen die Neunziger, aber zwei Jahrzehnte später fand ich das Teil lahm. Außerdem hatte es einen Mini–Ausschnitt und so was macht mich generell verrückt. Aber ich lieb(t)e nun mal die Farbe. Darum: Weggeben nein, so Weitertragen auch nein! Aber anders Weitertragen gerne. Um es nicht so spannend zu machen, hier schon mal ein Foto vom Ergebnis:

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 Ihr seht: Bei diesem Upcycling ging es weniger ums Wegschneiden als ums Hinzufügen. Ehrlich gesagt: Der Stoff stammt auch nicht aus meiner Restekiste, sondern ich habe ihn speziell für diese Näherei gekauft. Da ich letztes Jahr noch keine Nähmaschine besessen habe, war das Ganze verhältnismäßig zeitintensiv. Aber egal. Ich liebe es einfach, auf der Couch zu sitzen, vor mich hin zu sticheln und zum Beispiel einem Hörbuch zu lauschen. Mögt ihr das auch?

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Noch ein bisschen weiter runterziehen – dann ginge es auch als Mini-Kleid

Ich habe das Shirt nach unten hin mit einem Bündchen verlängert. Das geht leicht und ist auch keine große Fummelei. Einfach ein beliebig langes Stück Stoff auf T-Shirt-Breite zusammennähen, säumen und unten dran setzen.

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 Schwieriger waren die Bindebänder am Ausschnitt. Weil ich keine fransigen Kanten wollte, habe ich den Stoff doppelt gelegt, zusammengenäht und die so entstandenen “Schläuche” anschließend gewendet. Dadurch sind die Bänder ziemlich voluminös geworden. Falls Ihr das nachmachen wollt, empfehle ich euch, für diesen Punkt nach Alternativen zu suchen (zum Beispiel fertige Bänder kaufen etc.). Die Bänder sind übrigens nicht notwendig, um den von mir mit der Schere stark vergrößerten Ausschnitt oben zu halten – ich mag einfach diesen Bikini-artigen Look so gern!

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Ich hoffe, dass ich euch mit diesem Post eine Anregung geben konnte, was Ihr vielleicht aus einem alten Shirt noch machen könnt. Mein Rat: Lasst euch beim Upcycling aber vor allem von eurem Material selbst inspirieren. Nicht jedes Shirt eignet sich für jedes Upgrade. Lasst Anregungen von außen auf euch wirken, aber macht vor allem das, wofür sich euer “Rohling” am besten eignet!

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 Ich wünsche euch gute Ideen und viel Spaß!!!

Stricken und Klicken: Mit “Handmade-Kultur” hat sich ein crossmediales DIY-Magazin etabliert

Handarbeitsliebe und Technikaffinität – klingt wie ein Gegensatz, ist aber keiner. Jedenfalls dann nicht, wenn es um die DIY-Szene geht. Do it yourself-Begeisterte lieben das Internet. Wie sehr – das zeigt zum Beispiel der Gegensatz von monatlichen Klicks und der Printauflagen-Größe von “Handmade Kultur”: Das Online-Portal (www.handmadekultur.de) verzeichnet jeden Monat Besuche in Millionenhöhe. Dagegen sind die immerhin 33.000 Printexemplare pro Ausgabe (Zahl von 2/2014) unspektakulär (Zahlenquelle: hier). Auch ich kannte natürlich das Portal (mein Blog ist auch dort gelistet), hatte aber noch nie ein Heft in der Hand. “Zeit, das zu ändern”, dachte ich und bestellte mir ein Rezensionsexemplar für Blogger_innen.

Liegt gut in der Hand

 “Wow!” war mein erster Gedanke als ich das Heft aus dem Umschlag zog. Normalerweise verursacht mir Zeitschriftenpapier immer ein unangenehmes Gefühl an den Fingern. Nicht so die “Handmade Kultur”. Das Material fühlt sich angenehm glatt und hochwertig an. Die Zeitschrift liegt gut in der Hand und lässt sich leicht blättern – ohne aneinanderhaftende Seiten.

Wo bin ich hier gelandet?

Das Cover-Design jedoch irritierte mich auf den ersten Blick. Dies ist eine Zeitschrift über DIY, aber die Titelseite wird vollkommen vom Gesicht eines Models dominiert. Vom Bild her könnte es sich erstmal auch um ein Mode- oder Beauty-Medium handeln. Doch immerhin hält die junge Frau den nach einer Anleitung im Heft gefertigten Muff in der Hand. Moment mal! Muff? Im Frühling? Nein, natürlich nicht. Es handelt sich leider – was mir aber vorher bekannt war – um das Heft aus dem vergangenen Winter, nicht um die aktuelle Ausgabe.

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 Ahhh, alles klar!

Das Inhaltsverzeichnis lässt dann allerdings keine Zweifel mehr aufkommen, worum es geht. Es startet direkt mit der Rubrik “DIY”, die ungefähr zwei Drittel des Heftes umfasst. Hier gibt es jede Menge Ideen und Anregungen, meist mit präzisen Anleitungen. Schnittmuster werden entweder mitgeliefert oder können heruntergeladen werden.

Inspirationen gerne – Nachmachen? Nein danke!

Mir gefallen hierbei eher die Sachen, die einfach sind und sich gut nach individuellem Geschmack abwandeln lassen. Grundsätzlich finde ich die Idee der Kette aus Büroklammern (S. 31) fancy, würde sie aber nicht eins zu eins so nachbasteln, sondern auf eine eigene Version setzen. Allerdings gefällt mir auch das Kleid auf den Seiten 16 bis 18 – und hier ist ein Schnittmuster natürlich schon hilfreich. Trotzdem: Ich nutze Anleitungen in der Regel eher als Anregungen und habe keine Lust, einfach etwas nachzumachen. Aber als Technik-Hilfen und Inspiration sind die Beschreibungen bereichernd – ich denke, dass die Handmade-Kultur-Redakteurinnen auch gegen eine solche Nutzung nichts einzuwenden haben. Die Anleitungen sind extrem breit gefächert: Ob stricken, häkeln, filzen, nähen, basteln, bauen… – hier ist für beinahe jeden Interessenschwerpunkt etwas dabei.

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Spaß beim Blättern

Mal ganz vom praktischen Nutzen der Beiträge abgesehen macht es einfach Spaß, durch das Magazin zu blättern. Es gibt viele schöne Fotos und auch die abgebildeten Personen sind nicht mehr “nur” Modells. Übrigens: Den auf dem Titel gezeigten Muff finde ich klasse – ich habe nämlich vor Kurzen auch einen genäht (anjamacht.wordpress.com/meine-strategie-gegen-kalte-hande). Hätte ich zu diesem Zeitpunkt die “Handmade-Kultur”-Beschreibung schon zur Hand gehabt, hätte mir das die Sache vielleicht einfacher gemacht.

Mehr als „reines“ DIY

Neben dem großräumigen Anleitungsteil bietet die “Handmade-Kultur” einiges mehr: Die Redaktion schaut zum Beispiel über den Zaun des reinen DIY hinüber zum professionellen (Kunst-)Handwerk des Fliesenbrennens. Mit einem unterhaltsamen Artikel liefert sie interessantes Wissen über diese Tätigkeit. Auch eine Reportage über die Arbeiten eines Künstlerpaares und ein Artikel über die Prager DIY-Szene ergänzen (unter anderem) die vielen Umsetzungs-Anregungen. Abgerundet wird das Ganze von Produkt- und Buch-Tipps, dem Hinweis auf Studien-Möglichkeiten im Kreativbereich, von einer Termin-Übersicht sowie App- und Blog-Empfehlungen.

Handarbeit – raus aus der Mottenkiste!

 Das Thema “Bloggen” taucht aber nicht nur durch die Vorstellung von beliebten Blogs aus der “Handmade”-Online-Community im Heft auf. “Bloggen” ist hier ein Querschnittsthema, das dass gesamte Magazin prägt: Erstens deshalb, weil die vorgestellten Blogs von Bloggerinnen – und nicht etwa von Redakteur_innen – ausgewählt werden. Doch der zweite Grund ist noch viel wichtiger: Zahlreiche DIY-Ideen im Heft stammen von Blogger_innen. Ins Magazin gelangen sie durch ihren Beliebtheitsgrad im Netz. Auf diese Weise verschwimmen die Grenzen zwischen Print und Online, zwischen Leserschaft und Redaktion (zu den Angaben in diesem Absatz vgl. hier). Fazit: In “Handmade-Kultur” werden traditionsreiche handwerkliche und gestalterische Techniken in einer hochaktuellen Form präsentiert. Ein spannender Gegensatz, der dazu beiträgt Handarbeit vom Ruf der Spießigkeit zu befreien!

Die „Handmade-Kultur“ erscheint vier Mal pro Jahr im Handmade Kultur Verlag. Preis pro Ausgabe: 6,90 Euro. Zu dem Rezensions-Angebot für Blogger_innen geht es hier: www.handmadekultur.de/stelle-handmade-kultur-in-deinem-blog-vor

Ich möchte in Anknüpfung an meine Profil-Text noch darauf hinweisen, dass die taz in der „Handmade Kultur“ Werbung schaltet. In dem gerade verlinkten Beitrag habe ich die Ansicht einer „Zeit“-Autorin kritisiert, die offensichtlich denkt, DIY-Begeisterte würden lektüremäßig über Bastelanleitungen nicht hinauskommen.

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Digitales Museum Teil 1: 10 Gründe, aus denen Du Telefonkritzeleien nie wegwerfen solltest

Mit dem “Digitalen Museum” starte ich ein ziemlich umfangreiches Vorhaben: Ich will alle Bilder, die ich selbst gemalt habe und die sich aktuell in unserer Wohnung befinden, nach und nach per Foto digitalisieren. Papier kann verrotten oder verbrennen, aber was in der Cloud ist, das bleibt…Drumherum erzähle ich kleine Geschichten, manchmal erkläre ich auch eine Maltechnik. Das Wichtigste aber ist der Spaß am Bilder ansehen. Herzlich willkommen im “Digitalen Museum”, der neuen Serie auf meinem Blog!

Es lohnt sich, kleine Zeichnungen und Krakeleien aufzuheben, die nebenbei – vielleicht beim Telefonieren – entstanden sind. Dafür sind mir gleich zehn Gründe eingefallen:

1.Weil’s gut aussieht

Spontan ohne viel Nachdenken klappt manches am besten. Planlos sind die Striche oft mutiger und freier.

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2. Weil Kritzeleien eine tolle Grundlage zur Ausarbeitung sind.

Beim Kritzeln entstehen Ideen. Die Kritzelei von heute könnte das Gemälde von morgen sein.

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3. Weil Du durch’s Fotografieren der Zeichnung noch mal einen Extra-Effekt erhältst.

Hier kannst Du mit den verschiedensten Filtern und Ausschnitten experimentieren – Photoshop, Picasa oder auch Instagram machen’ s möglich.

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4. Weil’s nachdenklich macht.

Warum zum Kuckuck habe ich das eigentlich gemalt? Und wann genau? Was habe ich zu dem Zeitpunkt gemacht, gedacht, gemocht? Alte Kritzeleien sind Dein Ticket für eine Reise in die Vergangenheit.

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5. Weil Du immer ein passendes Tassen- oder Shirt-Druckmotiv auf Lager hast.

Zumindest dann, wenn Du Deine Zeichnungen digitalisierst.

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6. Weil Kritzel- Zeichnungen anders, individuell und edgy sind.

Mustache-Aufkleber hat doch jeder!

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7. Weil Du immer ein besonderes Geschenk parat hast.

In einem schicken Rahmen mit edlem Passepartout macht auch eine Kritzelzeichnung als Präsent ordentlich was her.

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8. Weil Du Deine Zeichnungen zu einem grafischen Tagebuch verbinden kannst.

Du kritzelst öfter? Super! Alles sammeln und irgendwann zum Buch binden lassen. Was Du damit dann machen sollst? Hm… schon mal was von “L’art pour l’art” gehört?

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9. Weil Du mit einer Sammlung an Kritzel-Zeichnungen Deine eigenen Wände verschönern kannst.

Du kannst viele kleine Rahmen mit jeweils einer Zeichnung an der Wand arrangieren. Oder Du ordnest viele kleine Zeichnungen in einem großen Rahmen an. Sieht beides fein aus.

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10. Weil alles, was Du mit Deinen kleinen Kritzeleien anstellen kannst, einfach Spaß macht!

Worauf wartet ihr noch? Wühlt eure Notizbücher und -blöcke nach alten Kritzeleien durch!

Vorhänge zu kurz oder Wände zu hoch? Der Vorhangverlängerer

Nachdem ich euch in den letzten Beiträgen in die Zubereitungsweisen von zwei spicy Fleischgerichten eingeweiht habe, kommen wir jetzt zum ersten Interior-Post auf anjamacht. Das wurde auch Zeit, ich bin nämlich vor Kurzem umgezogen. Das ist super und ich freu mich auch immer noch wie Bolle über die schöne neue Wohnung. Eine kleine Ernüchterung in all der Euphorie kam auf, als wir die Vorhänge aus unseren alten Wohnungen aufgehängt habe. Fazit: Wir sind von zwei hochwandigen Altbau-Wohnungen in eine noch hochwandigere Altbau-Wohnung umgezogen. All unsere Vorhänge sahen plötzlich aus wie Hosen auf Hochwasser. Und zwar nicht wie Hipster-Buxen auf Hochwasser, sondern mehr wie so Spießer-Hosen auf Hochwasser… Während ich das schreibe, frage ich mich gerade, ob das überhaupt ein Gegensatz ist… Ich glaube, das deckt sich eher…egal! Ich lass‘ das jetzt so stehen. Also, wieder zurück zum roten Faden: Unsere Wände sahen plötzlich aus wie Hipster-Spießer-Hochwasserbeine. What the fuck kann man dagegen tun? Neue Vorhänge? Das müssten schon Maßanfertigungen sein, denn bei Ikea ist bei drei Metern Schluss. Doch nach so einem Umzug ist die Geldbörse erstmal schmal, da ist für so etwas nix mehr da. Also, was tun, wenn zwei Raumästheten mit Ebbe im Portemonnaie ein Hochwasser-Bashing in der eigenen Wohnung starten wollen?

Zu Anfang begann mein Freund, darüber zu philosophieren, einfach unten an die Gardinen etwas dran zu nähen. Ich fand das erstmal doof, nach längerem Nachdenken und dem Durchspielen verschiedener Möglichkeiten dann doch gut. Und wie so oft kam dabei raus: Design by me, handwerkliche Konzeption und Umsetzung by Mami. Drangenäht habe ich es aber. Wenigstens das! Und jetzt machen wir eine Room-Tour durch die Zimmer unserer Wohnung, die mit Vorhangverlängerern (VVL) ausgestattet sind.

Zunächst begeben wir uns in meinen Salon.

Voilà…

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Hier ist der Vorhang weiß und die Verlängerer sind rot. Meine Mutter hat mir die roten Streifen zurechtgenäht (Stoff liegt doppelt) und ich habe in liebevoller, aber mühsamer, Kleinarbeit die roten Schleifenbändchen an Vorhang und Stoffstreifen geheftet und beides miteinander verbunden.

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Diese Art des VVL hat einen Nachteil: Es dauert wirklich unglaublich lange, all die vielen Bändchen anzunähen. Immerhin waren es hier ja vier Vorhangschals die verlängert werden mussten. Die Bändchen wurden jeweils auf dem roten Stoff und dem weißen Vorhang befestigt – es war eine Arbeit die mich sicher über drei Monate immer mal wieder beschäftigt hat. Für den, dem das zu aufwändig ist (ich glaube, wenn mir vorher klar gewesen wäre, wie lange das dauert, hätte ich es auch hier anders gemacht) habe ich einen alternativen Vorschlag. gehen wir doch mal rüber in mein Ankleidezimmer…

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Hier hat meine Mutter einen Stoffstreifen auf ein Satinbändchen gekräuselt. Die Spitze liegt nicht doppelt – dabei würden sich die Strukturen beider Lagen gegenseitig stören. Oben steht ein kleines Köpfchen über. Für mich blieb nur, den Streifen am Vorhang festzuheften. Mit einigermaßen großzügigen Stichen dauert das pro Seite ungefähr eine halbe Stunde. Im Vergleich zu der anderen Methode wirklich easy! Übrigens ich habe in keinem der Fälle die Vorhänge abgenommen, sondern  immer direkt davorsitzend daran gearbeitet.

Nun schauen wir uns noch eine dritte Variante an. Von der Technik her gleich sie der letzten Art, aber während bei den eben gezeigten Bildern die Stoffe ganz leicht und duftig sind, bekommen wir es nun im Schlafzimmer mit schweren Stores zu tun. Der schwarze, glänzende Stoff liegt hier auch nur einfach, ansonsten wäre es für die Verarbeitung zu voluminös.

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Sehen wir näher hin:

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Und noch näher:

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Und wer so schöne Vorhangverlängerer hat, der hat gut lachen:

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