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Rüschen nähen – ganz einfach

Jetzt habe ich schon wahnsinnig lange nichts mehr geschrieben und möchte endlich mal wieder einen Beitrag verfassen. Im Moment ist es im DIY-Bereich vor allem Nähen, womit ich mich beschäftige. Obwohl… im Frühjahr werde ich euch bestimmt auch den Pulli zeigen können, an dem ich gerade stricke…

Zugegeben: Bei diesem Blogbeitrag mogele ich. Ich möchte euch zeigen und erklären, wie man Rüschen näht, aber mein Beispiel für diesen Post ist ein Rock, den meine Mutter mir vor etwa zweieinhalb Jahren genäht hat. Damals war ich noch nicht davon überzeugt, dass eine Nähmaschine meine Freundin werden könnte. Ich brauchte aber gaaaaaanz dringend etwas für eine Party mit dem Motto „19. Jahrhundert“.  Meine Mutter hat zwar etwas gestöhnt, aber sie hat mir geholfen und sich an den Rüschen-Overkill gesetzt. Und mein Schatzi hat hinterher mit einer riesigen Geduld inklusive echter Motivation fotografiert. Noch mal vielen lieben Dank an beide! So sah es dann aus:

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Inzwischen habe ich versucht, das Ganze handwerklich nachzuvollziehen. Was hat meine Mutter gemacht und wie? Natürlich werde ich nicht mehr so ein ausladendes Kleidungsstück nähen, aber die grundlegende Technik zu beherrschen schadet nicht. Schließlich lassen sich im Sommer wie im Winter zahlreiche Kleidungsstücke mit verspielten Rüschen verschönern.

By the way: Rüschen und Volants sind nicht dasselbe. Habe ich zum Beispiel bisher nicht gewusst. Ein Volant wird kreisförmig zugeschnitten und in der Regel nicht gekräuselt sondern glatt angenäht, sagt Wikipedia. Bei einer Rüsche hingegen sei Kräuseln das A und O.

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Aus How-to- Interview mit meiner Mutter, das sie mir nachträglich zum Rüschenrock gegeben hat, ist folgendes Tutorial rausgekommen:

Erstmal muss ein ausgestellter Rock gefertigt werden (gerader Zuschnitt, nicht schräg). Dabei lieber noch keinen Saum nähen, sondern erst, wenn die Stufen aufgesetzt sind. Die letzte Stufe soll länger sein als der Saum und da ist es leichter, wenn das zum Schluss reguliert wird.

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Jetzt gerade Bahnen für die Rüschen zuschneiden. Jede Rüsche sollte mindestens die doppelte Rockbreite haben. Im Anschluss jede Bahn zu einem Ring zusammennähen, die oberen Kanten mit Zickzack-Stichen versäubern und die unteren Kanten säumen. Oben sind die Rüschen mit einem Köpfchen, also mit einer über der Naht stehenden gekräuselten Kante, auf den Rock aufgebracht. Das sieht so aus:

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Und so funktioniert’s: Stoffring oben ca. 3 cm umschlagen (links auf links), mit Stecknadeln fixieren und bügeln. Dann muss der Ring eingekräuselt werden (noch ist er nicht auf dem Rock), wobei natürlich die beiden jetzt aufeinander liegenden Stoffschichten des Köpfchens erfasst werden müssen. Schnappt euch dafür die Nähmaschine und steppt mit dem größten verfügbaren Stich zwei eng parallele Nähte – erst um die eine Hälfte des Rings, der zur Rüschen werden soll, dann mit zwei neu angesetzten Nähten um die andere Hälfte herum. Das ist beim späteren Kräuseln handlicher, als wenn ihr zwei parallele Nähte um den kompletten Ring steppen würdet.

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Jetzt müsst ihr euch auf dem Rock markieren (zum Beispiel mit einem Heftfaden), in welcher Höhe, ihr die Rüschen aufsetzten möchtet. Und jetzt wird es spannend! Fangt am besten mit der oberen Rüsche, die unter dem Bund mit Gummizug beginnt, an. Ihr legt den Ring in passender Höhe um den Rock und zieht vorsichtig an den Kräuselfäden. Kräuselt erst eine Hälfte von rechts nach links, dann dreht ihr den Rock und verfahrt noch einmal genauso. Achtet jetzt darauf, dass die doppelte Kräuselnaht auf der Rüschenlinie liegt, die ihr vorher markiert habt. Steckt eure Rüsche jetzt mit senkrecht gerichteten Nadeln fest, reguliert noch einmal den Sitz und näht sie dann von rechts an. Hebt man nach dem Nähen eine Rüsche an und guckt drunter, sollte sich ungefähr folgendes Bild zeigen:

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Ganz zum Schluss wird der sich unter den Rüschen befindende Rock gesäumt – wobei dieser Rock (wie oben bereits erwähnt) vollkommen unter der unteren Rüsche verschwinden soll – fertig! Viel Spaß beim Rüschen nähen!

Habt schon einmal Rüschen (oder auch Volants) genäht? Macht ihr es vielleicht ganz anders? Postet hier gern eure „Rezepte“, Tipps und Tricks!

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Digitales Museum Teil 1: 10 Gründe, aus denen Du Telefonkritzeleien nie wegwerfen solltest

Mit dem “Digitalen Museum” starte ich ein ziemlich umfangreiches Vorhaben: Ich will alle Bilder, die ich selbst gemalt habe und die sich aktuell in unserer Wohnung befinden, nach und nach per Foto digitalisieren. Papier kann verrotten oder verbrennen, aber was in der Cloud ist, das bleibt…Drumherum erzähle ich kleine Geschichten, manchmal erkläre ich auch eine Maltechnik. Das Wichtigste aber ist der Spaß am Bilder ansehen. Herzlich willkommen im “Digitalen Museum”, der neuen Serie auf meinem Blog!

Es lohnt sich, kleine Zeichnungen und Krakeleien aufzuheben, die nebenbei – vielleicht beim Telefonieren – entstanden sind. Dafür sind mir gleich zehn Gründe eingefallen:

1.Weil’s gut aussieht

Spontan ohne viel Nachdenken klappt manches am besten. Planlos sind die Striche oft mutiger und freier.

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2. Weil Kritzeleien eine tolle Grundlage zur Ausarbeitung sind.

Beim Kritzeln entstehen Ideen. Die Kritzelei von heute könnte das Gemälde von morgen sein.

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3. Weil Du durch’s Fotografieren der Zeichnung noch mal einen Extra-Effekt erhältst.

Hier kannst Du mit den verschiedensten Filtern und Ausschnitten experimentieren – Photoshop, Picasa oder auch Instagram machen’ s möglich.

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4. Weil’s nachdenklich macht.

Warum zum Kuckuck habe ich das eigentlich gemalt? Und wann genau? Was habe ich zu dem Zeitpunkt gemacht, gedacht, gemocht? Alte Kritzeleien sind Dein Ticket für eine Reise in die Vergangenheit.

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5. Weil Du immer ein passendes Tassen- oder Shirt-Druckmotiv auf Lager hast.

Zumindest dann, wenn Du Deine Zeichnungen digitalisierst.

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6. Weil Kritzel- Zeichnungen anders, individuell und edgy sind.

Mustache-Aufkleber hat doch jeder!

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7. Weil Du immer ein besonderes Geschenk parat hast.

In einem schicken Rahmen mit edlem Passepartout macht auch eine Kritzelzeichnung als Präsent ordentlich was her.

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8. Weil Du Deine Zeichnungen zu einem grafischen Tagebuch verbinden kannst.

Du kritzelst öfter? Super! Alles sammeln und irgendwann zum Buch binden lassen. Was Du damit dann machen sollst? Hm… schon mal was von “L’art pour l’art” gehört?

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9. Weil Du mit einer Sammlung an Kritzel-Zeichnungen Deine eigenen Wände verschönern kannst.

Du kannst viele kleine Rahmen mit jeweils einer Zeichnung an der Wand arrangieren. Oder Du ordnest viele kleine Zeichnungen in einem großen Rahmen an. Sieht beides fein aus.

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10. Weil alles, was Du mit Deinen kleinen Kritzeleien anstellen kannst, einfach Spaß macht!

Worauf wartet ihr noch? Wühlt eure Notizbücher und -blöcke nach alten Kritzeleien durch!